Titel: Ueber Safranin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 8 (S. 316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi04_8

Ueber Safranin.

Dieses neue, gegenwärtig bereits mehrfach zum Rosarothfärben der Seide u.s.w. angewandte Pigment, welches, wie es allen Anschein hat, binnen Kurzem das in der Seidenfärberei bisher benutzte Carthamin (Safflorroth), wegen seiner größeren Wohlfeilheit und Aechtheit ganz verdrängen dürfte, kommt im Handel theils in Pulvergestalt, theils in breiiger Form vor. In chemisch reinem Zustande, in welchem man es leicht durch Behandlung des Handelsproductes mittelst absoluten Alkohols erhält, bildet es ein mit grünlichem Flächenschimmer metallisch glänzendes Pulver von außerordentlich tingirender Eigenschaft. Es gehört zu der Classe der sogenannten substantiven Pigmente, d.h. solcher, welche Garne und Gewebe direct färben, ohne Mitanwendung einer Beize. – Eine in ihrer Art einzig schöne Farbenwandlung läßt sich mit diesem Pigmente auf folgende Weise hervorrufen: Man überschütte einige wenige Partikel des chemisch reinen Farbstoffes in einer Porzellanschale mit 1 oder 2 Tropfen concentrirter Schwefelsäure unter Umrühren mit einem Glasstäbchen; augenblicklich sieht man die prachtvollste blaue Farbe hervortreten; setzt man 1 oder 2 Tropfen Wasser hinzu, so entsteht ein brillantes Smaragdgrün; bei fortgesetztem abwechselnden tropfenweisen Zusetzen von Schwefelsäure und Wasser entstehen fast sämmtliche Spectralfarben in seltener Pracht.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: