Titel: Feuersignalgeber von Siemens und Halske in Berlin.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 3 (S. 395–396)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi05_3

Feuersignalgeber von Siemens und Halske in Berlin.

Für das Musterlager der königl. württembergischen Centralstelle für Gewerbe und Handel ist ein sogen. Feuersignalgeber von Siemens und Halske in Berlin angekauft worden, welcher dazu dient, daß bei einer Feuertelegraphen-Anlage von jeder Station aus nach der Centralstation auch von Solchen Signale gegeben werden können, welche des Zeichengebens durch den Telegraphen nicht kundig sind. Der Signalgeber kann angewendet werden, wenn auf der Centralstation ein Morse'scher (gewöhnlicher) Schreibapparat sich befindet, in welchem Fall mehrere solcher Signalgeber in den Leitungskreis eingeschaltet werden können; derselbe hat im Wesentlichen nachstehende Einrichtung. Im Ruhezustand geht der von der Centralstation ausgehende Strom durch den Signalgeber; will man nun von einer gewissen Station aus ein Feuersignal abgeben, so zieht der Wächter einfach an einem Glockenzug, wodurch das im Inneren des Signalgebers befindliche Laufwerk und damit ein Contactrad in Bewegung gesetzt wird, welches mit gewissen Einschnitten versehen ist. Gegen das Contactrad drückt eine Contactfeder, welche bei Berührung den Strom überträgt, während der Dauer der Einschnitte im Rad aber denselben unterbricht; mittelst Anwendung |396| eines Relais auf der Centralstation äußern sich die unterbrochenen Stromleitungen auf dem Schreibapparat in der Weise, daß Punkte oder Striche je nach der Breite der Berührungsstellen am Contactrad entstehen. Sind die Stationen mit verschiedenen Contacträdern versehen, so kann auf der Centralstation sofort diejenige Station erkannt werden, von welcher aus das Signal gegeben worden ist. – Hierbei ist zugleich die Einrichtung getroffen, daß durch eine am Apparat angebrachte Nadel eines Galvanoskopes von der Centralstation ein Verstanden-Zeichen gegeben werden kann, indem die Ablenkung der Nadel nach rechts oder links einen Punkt oder einen Strich bedeutet, wodurch der Signalgeber auf der betreffenden Station auf eine einfache für ihn leicht verständliche Welse in Kenntniß gesetzt wird, ob das Signal richtig verstanden wurde; übrigens ist zu diesem Zweck auch ein Taster angebracht für Solche, welche diesen handhaben können. Das Laufwerk muß nach mehrmaligem Gebrauch wie ein Uhrwerk aufgezogen werden.

Der Hauptzweck des Signalgebers ist die Möglichkeit einer schnellen und sicher verständlichen Meldung einer Feuersgefahr durch Personen, welche des Telegraphirens unkundig sind, wie dieß für feuergefährliche Plätze, wie Lagerräume, Theater etc. von großem Werth werden kann. (Württembergisches Gewerbeblatt, 1873, Nr. 37.)

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