Titel: Ueber die Nachweisung von Dextrin im arabischen Gummi; von Dr. H. Hager.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 209/Miszelle 9 (S. 398)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj209/mi209mi05_9

Ueber die Nachweisung von Dextrin im arabischen Gummi; von Dr. H. Hager.

Gummi arabicum in sogenannter fein gesiebter Waare scheint mit Dextrin stark untermischt im Handel vorzukommen. Die Dextrinkörner sind den Gummikörnern so ähnlich, daß ihre Unterscheidung in dem Gemisch selbst dem geübtesten Auge schwer fällt. Ein solches, dem Verf. vorgekommenes Gummi war von ziemlich weißer Farbe und gab mit Wasser eine kaum gefärbte Lösung, welche aber auf kalische Kupferlösung schon bei 80° C. stark reducirend wirkte und sich durch dieses Verhalten verdächtig machte. Es war nun zu entscheiden, ob Dextrin und Gummi in einer Masse vereinigt, oder ob beide Substanzen in kleinen Stückchen, welche die Größe einer halben Linse hatten, einfach durch einander gemischt seyen. Eine vergleichende Prüfung mit der Loupe ließ das Letztere vermuthen, was sich auch durch folgende Probe bestätigte. Der Verf. gab in eine Glasschale mit ebenem Boden und senkrechter Seitenwand 20 Stückchen des Gummis, übergoß sie mit einer Mischung von gleichen Volumen der officinellen Eisenchloridlösung (von 1,480 bis 1,484 spec. Gewicht) und destillirtem Wasser, so daß sie gerade davon bedeckt waren, benetzte sie schnell durch Umrühren und stellte sie bei Seite. Nach Verlauf einer halben bis ganzen Minute fand er, wenn er die Flüssigkeit durch schnelle Neigung des Gefäßes in Bewegung setzte, die Stückchen des wirklichen Gummi arabicum fest an dem Boden der Schale angekittet, die Dextrinstückchen dagegen nicht. Ein Gegenversuch mit einer absichtlich hergestellten Mischung von Gummi- und Dextrinstückchen ergab dasselbe Resultat. Wenn man die Probe länger als eine Minute stehen läßt, so haftet auch wohl das eine oder andere Stückchen des Dextrins an seiner Unterlage. Die Eisenchloridlösung muß in dem Maaße verdünnt seyn, daß einerseits die Gummistückchen darin untersinken, andererseits die Flüssigkeit sich gegen Gummi und Dextrin in Bezug auf ihre lösende Wirkung schwierig erweist. (Pharmaceutische Centralhalle, 1873 Nr. 24.)

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