Titel: Künstliche Kreide.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 5 (S. 78–79)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi01_5
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Künstliche Kreide.

Den Gyps, der bei der Behandlung von Kreide mit Schwefelsäure behufs Gewinnung von Kohlensäure zur Darstellung von Sodawasser gebildet wird, verwendet Nakh in Wien zur Darstellung künstlicher Kreide, indem er ihn mit dem großentheils aus feinzertheiltem kohlensaurem Kalk bestehenden Schlamm mengt, der sich beim Kochen von Soda- oder Potaschenlauge mit Kalkmilch behufs der Darstellung von ätzender Lauge bildet. Durch Schlämmen werden alle gröberen Theile, Sand u.s.w., entfernt; der gleichmäßige, beim Schlämmproceß überdieß gewaschene Brei wird nach dem Abseihen des Wassers zu compacten Klumpen gepreßt, und aus letzteren werden nach dem Trocknen prismatische Stücke geschnitten, welche unter dem Namen „Patentkreide“ die bisher nur aus den reinen Sorten von natürlicher Kreide darstellbare Schreibkreide ersetzen sollen, während das beim Schneiden abfallende „Klein“ als Vergolder-Appretur und als Putzkreide verwendet werden kann.

Die in Wien ausgestellten Muster des neuen Schreibmaterials sollen allen Anforderungen entsprechen, die man an eine gute Schreib- oder Zeichenkreide stellen kann. (Deutsche Industriezeitung.)

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