Titel: Prüfung des Wassers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 12 (S. 158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi02_12

Prüfung des Wassers.

Um das Wasser des neuen städtischen Wasser-Hebewerkes zu Breslau zu jeder Zeit auf seine Reinheit, insoweit dieselbe durch das Auge wahrnehmbar ist, prüfen zu können, hat man an einem leicht zugänglichen, hellen Orte des Maschinenraumes zwei cylindrische weiße Gläser von 0,026 Met. Weite und 0,26 Met. Länge neben einander angebracht. In das eine fließt durch ein Rohr fortwährend filtrirtes Wasser aus dem Hochresevoir, während es durch ein anderes Rohr wieder abläuft. Das andere Glas ist zur Vergleichung mit destillirtem Wasser angefüllt. Unter den Gläsern befindet sich eine weiß lackirte Blechtafel. Der controllirende Maschinist sieht durch die Gläser auf die weiße Blechtafel und kann so die Reinheit des filtrirten Wassers in der Farbe, gegenüber dem destillirten, zu jeder Zeit erkennen und darnach den Gang einer Maschine reguliren.

Um das filtrirte Wasser in Bezug auf etwa darin aufgelöste Fäulniß- und Verwesungsproducte zu prüfen, wendet man in jeder Woche folgendes Verfahren an. Es werden in ein bestimmtes Maaßglas 100 Kubikcentimeter filtrirtes Wasser eingefüllt, und dieselben mit 4 Kubcent. verdünnter Kalkmilch und 3 Kubcent. Lösung von übermangansaurem Kali vermischt. Nachdem das Gemisch eine Stunde lang ruhig gestanden hat, wird die Färbung beobachtet. Ist noch eine röthliche Färbung der Mischung vorhanden, so bedürfen die organischen Substanzen des Wassers zu ihrer Oxydation durch übermangansaures Kali höchstens 3 Kubcent. der Lösung desselben pro 100 Kubcent. Wasser. Ist hingegen nach Verlauf einer Stunde eine vollständige Entfärbung eingetreten, so werden zwei neue Mengen des Wassers von je 100 Kubikcent. nur 4, resp. 5 Kubcent. der Lösung von übermangansaurem Kali versetzt, und es wird dann beobachtet, welche derselben binnen einer Stunde entfärbt wird. Ueber 6 Kubcent. der Lösung dürfen für 100 Kubcent., bei gutem Trinkwasser nicht verbraucht werden. Bei dem gewöhnlichen Wasserstande der Oder sind 3 Kubcent., in der Zeit jedoch, wo die Oder einen hohen Wasserstand und eine gelbe Färbung hat, 3 bis 4 Kubcent. Lösung nöthig. (Deutsche Industriezeitung, 1873, Nr. 25.)

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