Titel: Ueber den Nachweis von Pikrinsäure im Biere; von Dr. Heinr. Brunner in Zürich.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 13 (S. 158–159)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi02_13

Ueber den Nachweis von Pikrinsäure im Biere; von Dr. Heinr. Brunner in Zürich.

Pohl war es, welcher zuerst die Eigenschaft des weißen Wollgarnes, aus einer Pikrinsäurelösung die Pikrinsäure völlig auf sich niederzuschlagen, zum Nachweis derselben benutzte. Die überraschend scharfen Resultate, welche er erhielt, veranlaßten |159| mich einige Versuche anzustellen, die zu einer kleinen Erweiterung dieser sonst so schönen Methode führten. Zunächst machte ich die Beobachtung, daß die Färbung der Wolle sicherer und leichter bei etwas erhöhter Temperatur (Wasserbad) und nach vorherigem Ansäuern des Bieres mit Salzsäure vor sich geht, gleichzeitig aber war nicht zu verkennen, daß sich auf der Wolle außer der intensiv gelben Farbe der Pikrinsäure auch noch färbende Extractivstoffe des Bieres abgeschieden hatten, die dem Ganzen eine schmutzig braungelbe Färbung ertheilten. Ich suchte daher nach einem Mittel, die Pikrinsäure von der Wolle zu trennen und selbst in kleinster vorhandener Menge noch anderweitig nachzuweisen, was folgendermaßen gelang:

Man erwärmt das gefärbte Wollgarn mit schwacher Ammoniakflüssigkeit, welche demselben alle Pikrinsäure entzieht, filtrirt und concentrirt die erhaltene Lösung bis auf einen geringen Rückstand im Wasserbade; alsdann setzt man einige Tropfen Cyankaliumlösung hinzu. War nur die geringste Spur von Pikrinsäure vorhanden, so tritt eine rothe Färbung von entstehendem isopurpursaurem Kali ein. Es ist Praktikanten des Laboratoriums und mir auf diese Weise wiederholt gelungen in einem Schoppen bayerischen Bieres 1 Milligramm Pikrinsäure nachzuweisen. (Pharm. Post.)

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