Titel: Die Macadamisirung der Straßen mit Asphalt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 15 (S. 159–160)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi02_15
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Die Macadamisirung der Straßen mit Asphalt.

Die Macadamisirung der Straßen mit Asphalt statt der stets reparaturbedürftigen Steinpflasterung besteht in den großen amerikanischen Städten schon seit Jahren. Auch in einigen europäischen Hauptstädten wie Paris, London, Petersburg und Wien sind Versuche mit dieser Art Pflasterung gemacht worden, die überall vom günstigsten Erfolge begleitet waren. In Berlin werden dieselben gegenwärtig von einer englischen Gesellschaft fortgesetzt. Diese Gesellschaft besitzt zu Val de Travers in der Schweiz eigene Gruben, wo sie eine vortreffliche bituminöse Erde gewinnt. Diese wird nach der Ankunft am Bahnhofe in Berlin auf 130° R. erhitzt und in eigens hierzu construirten Wagen nach der Markgrafenstraße gebracht. Dort ist auf dem Straßenkörper eine fast unzerstörbare Betonschicht geschaffen worden, worauf die Flüssigkeit, welche noch ungefähr 100 Wärmegrade besitzt, ausgegossen, auseinandergezogen und bis zu einer Schichte von 5 Centimeter Durchmesser mit eisernen Rammen eingestampft wird. Hierauf regelt man die Oberfläche, indem man eine Walze im Gewicht von 2 – 3000 Kilogramm darüber fortzieht. Zwei Stunden später kann die Straße bereits dem Verkehr übergeben werden. Ist diese Asphaltmasse von einiger Güte, so hält eine solche Straße wenigstens fünfzehn Jahre lang, ohne reparaturbedürftig zu werden. Trotz größerer Anlagekosten ist diese Art von Macadamisirung doch billiger als Steinpflasterung, die nur allzu häufig Reparaturen nöthig macht. Staub und Koth werden auf solchen Straßen vermindert und das Wagengerassel hört auf. In London sind mit Asphalt aus dem Val de Travers bereits über 250,000 Quadratmeter Straßen bedeckt. In Deutschland übernimmt die Firma A. Martenstein in Offenbach a. M. Aufträge von Asphalt-Arbeiten jeder Art unter 10–15jähriger Garantie. (Dresdener Gewerbevereins-Zeitung.)

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