Titel: Färben der Garne mit Anilinschwarz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 5 (S. 156)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi02_5

Färben der Garne mit Anilinschwarz.

Zum Färben der Garne mit Anilinschwarz kann das gewöhnliche Verfahren nicht angewendet werden, da die Luft in den Oxydirkammern nicht die ganzen Garnstränge durchdringen kann, und diese daher im Inneren keine Farbe annehmen. Ch. Lauth hat daher versucht, auf der Faser zuerst ein unlösliches Oxydationsmittel zu fixiren, und dann das Garn durch ein Anilinbad zu ziehen. Mangansuperoxyd als Oxydationsmittel gibt gute Resultate, nur bietet das Fixiren auf die Faser einige technische Schwierigkeiten dar. Das Oxyd aus übermangansaurem Kali sich auf das Garn niederschlagen zu lassen, wäre zu kostspielig; das einzige praktische Verfahren besteht in der Erzeugung des Hyperoxydes auf der Faser durch Oxydation von Manganoxydul. Die mit concentrirter Manganchlorürlösung getränkten Garne werden in ein Bad von caustischem Natron gebracht, dann gewaschen und auf passende Weise (durch Chlorkalklösung) oxydirt. Die einzige Schwierigkeit, welche dieses Verfahren darbietet, und welche zu überwinden noch nicht gelungen ist, liegt in der Anwendung von caustischem Natron, da dasselbe ziemlich concentrirt angewendet werden muß. Die Arbeiter verweigern nach sehr kurzer Zeit, damit weiter zu arbeiten, da ihre Hände schrecklich angegriffen werden.

Toluidin gibt unter dem Einfluß der Oxydationsmittel, welche Anilin in Schwarz verwandeln, eine violette Farbe, und Naphtylamin eine braune. (Deutsche Industriezeitung, 1873 Nr. 26.)

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