Titel: Ueber das Verhalten des Paraffins bei der vereinigten Wirkung von Hitze und Druck.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 11 (S. 238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi03_11

Ueber das Verhalten des Paraffins bei der vereinigten Wirkung von Hitze und Druck.

T. E. Thorpe und J. Young haben in den Chemical News eine Untersuchung mitgetheilt über die vereinigte Wirkung von Hitze und Druck auf verschiedene Paraffinsorten. Sie fanden, daß dieselben unter geringer Gasentwickelung nahezu vollständig in bei gewöhnlicher Temperatur flüssige Kohlenwasserstoffe verwandelt werden, wenn sie in geschlossenen Gefäßen bei hoher Temperatur wiederholt destillirt werden. Zur Umwandlung größerer Mengen bedienten sich Thorpe und Young eines Apparates, der aus zwei schmiedeeisernen Quecksilberflaschen bestand, die durch eine gebogene, mit Hahn und Ventil versehene eiserne Röhre in Verbindung standen. Eine der Flaschen wurde mit dem Paraffin beschickt und über gewöhnlichem Kohlenfeuer erhitzt und die Hitze so geregelt, daß ein Druck von 20–25 Pfund in dem Apparate herrschte. Die verflüchtigten Producte destillirten in die zweite Flasche über, die als Condensator diente. In etwa 4 bis 5 Stunden war die Operation beendet. Es scheint unerläßlich, daß das Paraffin in bezeichneter Weise überdestillirt und condensirt werde. Durch bloßes Erhitzen in einer Röhre und Zurückfließenlassen der verdichteten Dämpfe wird niemals die Verflüssigung des Paraffins erreicht. Es scheint auch, daß nur Paraffine, die einen außerordentlich hohen Siedepunkt haben und unter gewöhnlichen Bedingungen fest sind, in dieser Weise zersetzt werden können. Bei etwa 255° C. siedende Paraffine konnten ohne Zersetzung wiederholt in einer geschlossenen Schenkelröhre hin und her destillirt werden. Das zur Darstellung größerer Mengen der Zersetzungsproducte verwandte Paraffin war aus Schieferkohle gewonnen, schmolz bei 46° C., erstarrte bei 43° C. und besaß ein specifisches Gewicht von 0,906 bei 13° C., wenn es unter Ueberdruck von 0,75 Meter Quecksilbersäule erstarrt war.

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