Titel: Neue amerikanische Methode Aepfel aufzubewahren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 16 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi03_16

Neue amerikanische Methode Aepfel aufzubewahren.

In einer landwirthschaftlichen Versammlung in New-York wurde mitgetheilt, daß im letzten Herbste nicht weniger als 30,000 Fässer Aepfel nach Europa verschickt worden seyen, und einer der Ausführer gab an, daß er seine Aepfel unter Umständen bis in den März in Glasgow liegen lasse, um günstige Preise zu erzielen, und daß dieselben keiner Verderbniß unterworfen seyen.

Als Mittel zur Aufbewahrung gibt die „Ill. Deutsch. Amer. Farm. Ztg.“ Folgendes an: Fein gemahlener Gyps hat sich durch vielfache Erfahrung als eine vortreffliches Mittel erwiesen, um Aepfel einen längeren Zeitraum gut und in vollem Wohlgeschmack aufzubewahren. Der immerhin ziemlich bedeutende Aufwand an Arbeit und Material läßt es gerathen erscheinen, daß man nur gute, werthvolle Früchte dazu verwendet, die vollkommen ausgereift, trocken und unbeschädigt seyn müssen. Ist ihre Schale mit einem feuchten oder klebrigen Hauche bedeckt, so wische man sie mit einem trockenen Tuche ab, das wird einem die Mühe ersparen, sie beim Herausnehmen mit größerer Schwierigkeit reinigen zu müssen, da an der vorher glatt geriebenen Schale der feine Gypsstoff nicht so fest haftet, als wenn dieselbe feucht, klebrig und rauh war beim Einpacken. Nunmehr bringt man auf den Boden des Gefäßes, das man zum Einmachen bestimmt, einer Kiste, eines Fasses, welches man durch ein paar untergelegte Querhölzer noch vor der directen Berührung des vielleicht feuchten Fußbodens des Kellers schützt, eine etwa zollhohe Schicht Gyps, legt auf diese die Aepfel regelmäßig, mit den Stielen nach oben, und so daß keiner den anderen direct berührt, doch aber der Raum gut wahrgenommen wird und füllt, nachdem eine Lage vollendet ist, so viel Gyps darüber bis die Zwischenräume gefüllt und die Früchte gleichmäßig bedeckt sind, worauf man wieder eine neue Lage Aepfel aufbringt und damit fortfährt, bis das Gefäß voll oder die Früchte alle verpackt sind. Der Gyps wirkt dabei rein mechanisch durch Ausschluß des Druckes der einzelnen Früchte auf einander, der Feuchtigkeit und besonders der Temperaturveränderungen der äußeren Atmosphäre, und halten sich in dieser Weise conservirte Aepfel frisch und wohlschmeckend bis in's Frühjahr. Ein trockener Keller oder eine frostfreie Kammer ist der beste Platz, die Gefäße aufzustellen. (Industrieblätter.)

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