Titel: Gegossene Nickelplatten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 3 (S. 235)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi03_3

Gegossene Nickelplatten.

Seit etwa 3 Jahren hat sich, wie früher schon in Nordamerika, auch bei uns die Aufmerksamkeit auf das galvanische Vernickeln von Metallen, vornehmlich von eisernen Gegenständen, in erhöhtem Maaße gewendet, und ist damit das Bedürfniß nach größeren Platten metallischen Nickels für die Anoden der galvanischen Nickelsalzbäder gewachsen. Die außerordentliche Strengflüssigkeit des reinen Nickelmetalles war bisher ein großes Hinderniß für den Guß größerer Platten; um so erfreulicher ist die Thatsache, daß es Hrn. C. H. Borchert (in Firma C. H. Borchert u. Sohn, Messing-, Tombak- und Neusilberwerk und Metallgießerei, Berlin, alte Jacobsstraße 110) gelungen ist, Nickel in Platten bis zu 45 Centimet. Länge, 38 Centimet. Breite und 4 Millimet. Stärke zu gießen. Das hierzu verwendete Nickel, sächsisches Würfelnickel von 98–99 Proc. Gehalt, wird in Tiegeln im einfachen Gelbgießerofen bei Kohksfeuer geschmolzen. Das Schmelzen selbst erfordert eine beständige peinliche Aufmerksamkeit; das Metall ist nach mindestens sechsstündiger Feuerung im Fluß; sobald das Nickel fließt, muß es ohne Säumen in die Sandformen gegossen werden, da, sobald das Feuer kleiner wird, ein Wiedererstarren des Nickels zu einem compacten Klumpen ein erneutes Flüssigwerden im einfachen Schmelzofen unmöglich macht. Die derzeitig hohen Nickelpreise sind Veranlassung, daß das Pfund des gegossenen Nickels von genannter Firma zur Zeit nicht unter 8 Thaler abgegeben werden kann. (Industrieblätter 1873, S. 349.)

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