Titel: Schwedisches Filtrirpapier; von Dr. F. Mohr.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 9 (S. 237–238)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi03_9

Schwedisches Filtrirpapier; von Dr. F. Mohr.

Das schwedische Filtrirpapier mit dem Wasserzeichen J. H. Munktell genießt unter den Chemikern noch immer die günstige Meinung, als sey es mit destillirtem Wasser oder einem fast reinen Quellwasser hergestellt, obgleich schon Fresenius in seiner Anleitung zur quantitativen Analyse (5. Aufl. S. 81) eine Analyse der Asche mitgetheilt und darauf aufmerksam gemacht hat, daß viele deutsche Filtrirpapiere besser sind, als dieses schwedische, welches als Monopolartikel den enormen Preis von 1 Thaler per Buch in Anspruch nimmt.

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Das schwedische Filtrirpapier ist zum Theil aus gefärbten, mit Chlor stark gebleichten Lumpen dargestellt und davon rührt der ansehnliche Gehalt an ausziehbarer Thonerde her, die von der Alaunbeize der gefärbten Stoffe stammt. Da sogar Essigsäure Kalk auszieht, so ist klar, daß zur Reinigung des Papieres nichts geschehen ist, und daß gar kein Grund vorhanden ist, diesem Papiere irgend einen Vorzug zu geben. Es ist ferner so schwach an Cohäsion, daß der Strahl einer Spritzflasche leicht ein Loch hineinstößt, und man ein nasses Filter mit Niederschlag kaum unzerrissen vom Trichter wegnehmen kann. Man hat also nichts gewonnen, da man dieses theure Papier doch vorher noch mit Säuren ausziehen muß. (Zeitschrift für analytische Chemie, XII Jahrgang S. 148.)

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