Titel: Büttgenbach's Wasserstandsglas für Dampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 1 (S. 313)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi04_1

Büttgenbach's Wasserstandsglas für Dampfkessel.

Einem jeden praktischen Ingenieur sind die Schwierigkeiten, die der Bruch der Wasserstandsgläser veranlaßt, wohl bekannt. Man bezieht dieselben von verschiedenen Quellen und auch die besten unter ihnen dauern nur kurze Zeit, besonders wenn die Kessel nicht in einem Kesselhause untergebracht sind, noch durch ein Dach geschützt sind, wie es bei den Eisenwerken meistens der Fall ist. Um dieß zu umgehen, wendet Hr. Büttgenbach, Director der Neußer Hütte, seit mehreren Jahren mit gutem Erfolge folgende Anordnung an. Statt einer Glasröhre werden zwei von derselben Länge genommen. Das äußere Rohr besitzt etwa den Durchmesser der gewöhnlichen Wasserstandsgläser, muß hierbei aber geeigneten Durchmesser haben, um das Einstecken des inneren Rohres zu gestatten, einen ringförmigen Zwischenraum von 1–2 Millimet. Breite freilassend. An beiden Enden der Röhren sind zwischen dieselben Kautschukröhrchen von etwa 2 Centimeter Länge derart angebracht, daß sie den äußeren Umfang des inneren Röhrchens fest umgeben, gleichzeitig aber sich an den inneren Umfang des äußeren Rohres andrücken. Das so gestaltete Wasserstandsglas wird ganz wie ein gewöhnliches einfaches Wasserstandsglas verwendet; die Bohrung in der Messingröhre an dem Hahnstücke, durch welche Dampf und Wasser eintreten, wird kleiner gemacht als die des inneren Wasserstandsglases. Das Wasserstandsglas wird in den Hahnstücken in der gewöhnlichen Weise durch Kautschukringe, die durch eine Stöpselschraube angepreßt werden, befestigt; auf diese Weise kann der Kautschukring zwischen den beiden Röhren weder vom Dampfe, noch vom Wasser einen Druck erfahren.

Das Wasser steigt im inneren Rohre auf, welches vor äußerlichem Temperaturwechsel durch das größere Rohr geschützt wird, wodurch die Wahrscheinlichkeit des Bruches beträchtlich vermindert ist.

Es ist rathsam, die Glasröhren an beiden Enden abzuschleifen, um die kaum bemerkbaren Risse, die durch das Schneiden oder Brechen entstehen, zu entfernen. Da in dem Zwischenraume zwischen beiden Röhren kein Druck besteht, braucht das äußere Rohr nicht dick zu seyn, ebenso ist keine besondere Sorte für das innere Rohr nöthig; die in chemischen Laboratorien gebräuchlichen Glasröhren sind hierzu am besten verwendbar. (Zeitschrift des österreichischen Ingenieur- und Architektenvereines, 1873 S. 224.)

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