Titel: Pausen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 18 (S. 320)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi04_18

Pausen.

Um gewöhnlichem Durchzeichenpapier nach Vollendung der Zeichnung die Durchsichtigkeit auf eine leichte Weise zu nehmen, empfiehlt G. Gramm (deutsche Bauzeitung) eine eingehende Behandlung mit Alkohol. Es wird dazu eine ca. 4 Centimeter im Durchmesser haltende Dose aus Eisenblech zur Aufnahme des Alkohols angewendet, die am besten mit starkem Alkohol gefüllt wird. Die Zeichnungen werden mit Hülfe einer dünnen Stange von Eisen, an deren unterem Ende sich ein Teller mit Rand befindet, eingetaucht. Zum Verschluß der Dose dient eine Kapsel von Blech. Die Durchzeichnungen werden ausgerollt, über die Stange geschoben und in die Dose gesteckt. Bei Anwendung starken Alkohols genügen circa 10 Minuten zur Entölung, während bei starker von Oel gesättigter Flüssigkeit eine längere Zeit, etwa zwei Stunden, erforderlich wird. Ebenso werden bei ganz frischem Alkohol die entölten Papiere blendend weiß. Es ist also nicht nöthig, stets frischen Sprit zur Anwendung zu bringen, sondern es genügt, falls die Operation nicht in der angegebenen kurzen Zeit ausgeführt werden muß, nur den verdunsteten Spiritus durch neuen zu ersetzen und den sich bildenden Bodensatz ab und zu abzusondern. Beim Trocknen empfiehlt es sich, die aus der Büchse entnommene Zeichnung glatt zwischen zwei ordinäre Pappen zu legen und etwas beschwert trocknen zu lassen. Das Trocknen währt ca. fünf Minuten. Durch dieses Verfahren wird dem Pauspapier das Aussehen dünnen Zeichenpapieres gegeben; die Festigkeit des Papieres gewinnt dabei, indem die dem Oelpapier anhaftende Sprödigkeit vollständig verschwindet. Die Zeichnung kann man mit allen Farben vorher ausführen, doch kann man auch sehr gut nach geschehener Linearzeichnung auf dem so präparirten Papier coloriren. Nur ist die Anwendung von Gummigutt zu vermeiden, da dieser Stoff durch Alkohol gelöst wird. Mit starker Tusche ausgeführte Schrift wird durch die beschriebene Behandlung ganz unempfindlich gegen Wasser, das sogenannte Auslaufen tritt später nicht mehr ein. Auch schon aufgeklebte Pausen lassen sich auf die beschriebene Weise entölen und erhalten ein weißes Aussehen. (Deutsche Industriezeitung, 1873 S. 286.)

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