Titel: Antwort auf Coupier's Bemerkungen über die Darstellung des Fuchsins ohne Arsensäure; von A. Brüning.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 6 (S. 315)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi04_6

Antwort auf Coupier's Bemerkungen über die Darstellung des Fuchsins ohne Arsensäure; von A. Brüning.

Eine vom Hrn. Brüning veröffentlichte Notiz über die Darstellung des Fuchsins ohne Arsensäure (polytechn. Journal Bd. CCIX S. 238) hat Hrn. Coupier Veranlassung gegeben zu einer Auseinandersetzung (polytechn. Journal Bd. CCVIII S. 398), in welcher er seine Rechte als Entdecker der Bereitung des Fuchsins durch Einwirkung der nitrirten Kohlenwasserstoffe auf die amidirten Kohlenwasserstoffe währt. Hr. Brüning erwiedert nun darauf Folgendes:

„Es ist mir nicht eingefallen, diese unserem Verfahren zu Grunde liegende Reaction als eine neue für uns in Anspruch zu nehmen. Ich setzte die darüber erschienenen Arbeiten, darunter auch Coupier's Patent, als vollständig bekannt voraus. Im Jahre 1860 schon gab Lauth an, daß durch Erhitzen von Nitrobenzol, Anilin und Zinnchlorür Fuchsin erhalten wird. 1861 nahmen Laurent und Casthelaz ein Patent zur Darstellung einer rothen Farbe durch Einwirkung von Eisen auf Nitrobenzol unter Zusatz von Salzsäure. Coupier nahm im Jahre 1866 sein bekanntes Patent der Darstellung von Fuchsin mit Zugrundelegung der von Lauth und Laurent-Casthelaz angewendeten Reactionen. Das Verfahren Coupier's wurde von Schützenberger in einem Bericht an die Société industrielle zu Mülhausen allerdings sehr günstig beurtheilt und zur Einführung empfohlen. Aber trotz dieser guten Beurtheilung und ungeachtet des dringendsten Bedürfnisses, das Arsen-Verfahren durch ein anderes, weniger gefährliches zu ersetzen, führte sich bis jetzt, so weit mir bekannt, die Darstellung des Fuchsins nach Coupier's Methode in keiner Fabrik ein. Die Gründe, welche der so wünschenswerthen Einführung entgegenstanden, wurden allgemein in zu hohem Herstellungspreis des nach Coupier dargestellten Fuchsins und in für manche Zwecke ungeeigneter Qualität desselben gefunden.

Wenn nun in unserer Fabrik inzwischen, wenn auch mit Benutzung derselben Reaction, welche dem Verfahren Coupier's zu Grunde liegt, Fuchsin in großen Quantitäten dargestellt wird, dessen Darstellungspreis wohl so billig wie der des Arsenfuchsins und dessen Qualität in jeder Beziehung eine zufriedenstellende ist, so ist dieser Umstand wohl Beweis genug, daß die von uns angewendete Methode von derjenigen Coupier's in wesentlichen Punkten abweichen muß und die Bezeichnung einer neuen gewiß verdient.“ (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1873 S. 1072.)

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