Titel: Zur Benutzung des Bittersalzes und der schwefligen Säure in der Färberei.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 8 (S. 316)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi04_8

Zur Benutzung des Bittersalzes und der schwefligen Säure in der Färberei.

Beim Färben von Wolle für später zu walkende Waare hat man seit längerer Zeit die Beobachtung gemacht, daß Anilinfarben, besonders Dahlia- und Methylviolett, unter Zusatz von Bittersalz gefärbt, der Walke besser widerstehen, als ganz ohne einen Zusatz oder mit anderen Zusätzen hergestellte Farben. Dr. Reimann hat stets angerathen, bei der Herstellung von Violett auch für Garne Bittersalz anzuwenden.

Daß die Farben bei Gegenwart von Bittersalz, welches der Waare ja auch später immer noch anhaftet, der Walke, d.h. der Einwirkung von Seife, Soda, überhaupt alkalischen Stoffen besser widerstehen, als bei Abwesenheit von Bittersalz, rührt davon her, daß im ersteren Falle, – indem das Bittersalz durch das Alkali zersetzt wird, unter Abscheidung unlöslicher Magnesiaverbindungen, welche auf den Farbstoff keine Einwirkung ausüben, – die Wirkung der alkalischen Stoffe in der Walke durch das Bittersalz paralysirt, also eine Veränderung der Farbe durch das Alkali verhindert wird.

So merkwürdig es klingt, wird von allen Wollenfärbern übereinstimmend berichtet, daß beim Färben mit Methyl- und Dahliaviolett ein Zusatz von schwefliger Säure sehr vortheilhaft sey. Die Farben werden dadurch nicht nur lebhafter., sondern sollen auch bedeutend weniger abschmutzen, als wenn man keine schweflige Säure anwendet. Ob hier eine theilweise Reduction des methylirten Rosanilins in Leukanilin und eine spätere Umwandlung des letzteren in ersteres durch Oxydation stattfindet, ist bisher noch nicht entschieden, jedoch sehr wahrscheinlich. (Reimann's Färberzeitung, 1873 Nr. 35.)

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