Titel: Ueber das Sumachextract.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 9 (S. 316–317)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi04_9

Ueber das Sumachextract.

Statt des Sumachs oder Schmacks wird in neuerer Zeit vielfach das Extract dieses Farbmateriales verwendet, und dasselbe gewinnt immer mehr Bedeutung. Es wird durch Auskochen des Schmacks mit Wasser und vorsichtiges Eindampfen im Dampfbade, gewöhnlich unter Beihülfe von Vacuum-Apparaten, dargestellt. Es kommt als ein dicker Syrup in den Handel, welcher einen rein adstringirenden Geschmack ohne die geringste Beimischung von Säure hat. Bekanntlich geht die Gerbsäure in den gewöhnlichen Schmackauszügen äußerst schnell in Gallussäure über, so daß Schmackabkochungen sehr bald sauer und damit unbrauchbar werden. Das Schmackextract hält sich dagegen, wie man versichert, lange Zeit, ohne auch nur eine Spur von Säure zu zeigen. Dieser merkwürdige Umstand findet wohl in der hohen Concentration der Lösung seine Erklärung. So viel wir wissen, wird das Schmackextract von E. Coez und Comp. in St. Denis bei Paris dargestellt und kommt durch E. Javal frères und Comp. von Hamburg aus zu 16 Thalern pro Centner in den Handel.

Zu seiner Benutzung ist weiter nichts nöthig als eine Verdünnung mit heißem Wasser. Dieß ist der Hauptvortheil, welchen das Extract den Blättern gegenüber darbietet; man erspart das Auskochen der Blätter und damit viel Zeit und Raum. Außerdem hat man den Vortheil den Zusatz von Extract für jede Farbe genau nach dem Gewicht bestimmen zu können, was beim Schmack nicht immer möglich ist. In der Baumwollen-Stückfärberei hat sich das Extract zur Darstellung aller Grau-Nüancen sehr gut bewährt. Eine besondere Zukunft wird demselben in der Färberei der losen Wolle, wollener Stücke und Doubles prophezeit, weil |317| hier die nachträgliche Zugabe von Schmackextract behufs der Nüancirung häufig sehr wünschenswert, aber mit Blättern meist nicht auszuführen ist.

Für die Anwendung zum Schmackiren gewöhnlicher Baumwollengarne wird voraussichtlich der Blätterschmack seine Bedeutung nicht verlieren. Die Anwendung des Schmackextractes dürfte im Allgemeinen noch zu kostspielig seyn. Dagegen wird der etwas höhere Preis des Extractes in der Baumwollen-Stück- und in der Wollenfärberei durch die Annehmlichkeiten in der Anwendung derartig aufgewogen, daß uns mehrere Färbereien bekannt sind, in denen fast ausschließlich Schmackextract an Stelle des Schmacks benutzt wird. (Reimann's Färberzeitung, 1873 Nr. 34.)

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