Titel: Ein patentirtes Verfahren explosive Sprengmittel gefahrlos zu machen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 2 (S. 393–394)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi05_2

Ein patentirtes Verfahren explosive Sprengmittel gefahrlos zu machen.

Bei den im vorigen Jahre durch die Torpedo- und Schießbaumwolle-Commissionen der Regierung Großbritanniens in Weston-super-Mare angestellten Versuchen hat bereits E. O. Brown, Chemiker-Assistent im Kriegs-Departement, die sehr wichtige Entdeckung gemacht, daß auch feuchte oder mit Wasser gesättigte Schießbaumwolle mit einem detonirenden Zünder durch Elektricität abgefeuert werden kann und die in diesem Zustande gefahrlos zu transportirende und aufzubewahrende Schießbaumwolle nur einen geringen Kraftverlust in Vergleich zu trockener Schießbaumwolle erleidet. Eine ähnliche Wahrnehmung hat auch E. Roberts zu Titusville in Pennsylvanien in den Vereinigten Staaten von Nordamerika hinsichtlich der Sprengpräparate im Allgemeinen gemacht und für sein Verfahren explosive Präparate für Sprengarbeiten und für anderen Gebrauch gefahrlos zu machen, ein Patent erhalten.

Die Erfindung von Roberts bezweckt ein verbessertes Verfahren, um alle Knallpulver und explodirende Präparate oder Sprengmittel, welche in ihrem trockenen Zustande nur mit Gefahr zu handhaben sind, für den Gebrauch verhältnißmäßig gefahrlos zu machen, indem ihnen Wasser oder andere zweckentsprechende Flüssigkeiten oder Stoffe, wie hygroskopische Salze, in einem solchen Verhältniß zugesetzt werden, daß sie bei gewöhnlicher Erschütterung oder Reibung, sowie durch Schlag oder Stoß nicht explodiren, also gefahrlos sind, doch aber durch detonirende Knallpräparate oder auch durch dasselbe Präparat im trockenen Zustande zur Explosion gebracht werden können, ohne an Wirksamkeit verloren zu haben. Die nach diesem patentirten Verfahren behandelten explosiven Präparate oder Sprengmittel kann man nach Angabe des Erfinders in einer luftdichten Verpackung irgend einer Art, Beschaffenheit oder Construction, in welcher sie sich unverändert erhalten, aufbewahren, sind dichter und nehmen daher einen geringeren Raum ein als im trockenen Zustande.

Wenn die angegebenen Vortheile durch das patentirte Verfahren, ohne erhebliche Steigerung der Kosten der Sprengmittel, erreicht werden, so würden dadurch viele Unglücksfälle, welche bei dem Transport, der Aufbewahrung und der Handhabung explosiver Sprengstoffe sich ereignen, vermieden werden und dem Erfinder auch der Dank des |394| Bergmannes gesichert seyn. Erfahrungen hierüber scheinen aber bis jetzt noch nicht in ausreichender Weise vorzuliegen, um den Erfolg mit Sicherheit beurtheilen zu können und werden daher vorerst abzuwarten seyn. (Berggeist, 1873, Nr. 96.)

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