Titel: Ueber das Verhalten des Diamantes in der Hitze.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 6 (S. 395)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi05_6

Ueber das Verhalten des Diamantes in der Hitze.

Prof. v. Schrotter in Wien hat sich durch Mittheilungen von Morren über die Verbrennbarkeit des Diamants veranlaßt gesehen, früher von ihm angestellte Versuche über diesen Gegenstand in den Berichten der Wiener Akademie mitzutheilen. Ein Diamant, welcher eine geschliffene, an den Rändern etwas verletzte, reine und ganz wasserhelle Raute bildete, wurde in einen kleinen, zur Hälfte mit gebrannter Magnesia gefüllten hessischen Tiegel gelegt, der übrige Raum des Tiegels ebenfalls mit gebrannter Magnesia fest ausgefüllt, der Tiegel mit einem Porzellandeckel geschlossen und in einen zweiten hessischen Tiegel so gestellt, daß er mit einer etwa 1 Centimeter dicken Schichte von Graphit umgeben, den äußeren Tiegel nirgends berührte. Nachdem auch dieser Tiegel gut verschlossen war, wurde das Ganze dem Starkbrande eines Porzellanofens an der heißesten Stelle ausgesetzt. Nach dem Erkalten zeigte sich der Diamant an seiner Oberfläche etwas matt, ohne die geringste Schwärzung oder Trübung im Inneren. Als jedoch der Versuch so wiederholt wurde, daß der Diamant in Platinblech eingewickelt war, halte das Platin, das zu einem Tropfen zusammengeschmolzen war, Kohlenstoff aufgenommen und der Diamant sein Aussehen gänzlich geändert. Er war nicht mehr weiß, sondern seine Oberfläche leicht geschwärzt und im Inneren von schwarzen Streifen dentritisch durchzogen. Das Schwarz dieses Diamantes war ein reines, nämlich das des Rußes, also des amorephen Kohlenstoffes, während die natürlichen schwarzen Diamanten (die sogenannten Carbonate) immer nur weniger oder mehr dunkelbraun gefärbt erscheinen. Die Dichte des Diamantes war durch das Glühen in Magnesia von 3,480 bei 18° Cels. auf 3,473, durch Glühen bei Berührung mit Platin auf 3,458 gesunken.

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