Titel: Härten des Stahles.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1873, Band 210/Miszelle 1 (S. 472–473)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj210/mi210mi06_1

Härten des Stahles.

Eine der am meisten Vortheil verheißenden und sicherlich vortrefflichsten patentirten Stahlhärtungen ist die von der Stahl-Raffinir- und Härtungs-Compagnie Boston Mass. durch Garman und Siegfried acquirirte Methode. Der Congreß |473| hat 10,000 Dollars für die Berechtigung zu zahlen, von dieser Methode in den Regierungswerkstätten Gebrauch zu machen. Es wird behauptet, daß selbst den geringsten Stahlsorten dadurch eine ganz außerordentliche Härte und Dauerhaftigkeit ertheilt werde. Die folgende Beschreibung des Processes ist speciell aus Siegfrieds Patent vom 16. Juli 1871 entnommen.

Ich erhitze den Stahl zunächst bis zur Kirschrothgluth in einem ganz reinen Schmiedefeuer und bedecke dann den Stahl mit Chlornatrium, dabei auch das Feuer durch Einstreuen von Salz reinigend. Ich bearbeite dann den Stahl in diesem Zustande und unterwerfe denselben dieser Behandlung, so lange, bis er hinsichtlich seiner Form fast ganz vollendet ist. Dann substituire ich statt des Salzes eine Mischung der folgenden Ingredienzien nach beigefügten Verhältnissen, nämlich 1 Gewichtstheil von jeder der nachfolgenden Substanzen: Chlornatrium, schwefelsaures Kupferoxyd, Ammoniaksalz und Soda, zusammen gemischt, mit einem halben Gewichtstheil reinem Kalisalpeter, nachdem Alles gehörig zerkleinert worden. Ich erhitze dann unter Bedeckung mit dieser Mischung den Stahl abwechselnd mit darauffolgendem Hämmern, bis er durch und durch raffinirt und in seiner Form vollkommen vollendet ist. Dann bringe ich ihn wieder in's Feuer, erhitze ihn langsam zur Kirschrothgluth und tauche ihn in ein Bad aus folgenden Ingredienzien und nach den angegebenen Verhältnissen zusammengesetzt: 1 Gallon Regenwasser, 1 1/2 Unzen Alaun, 1 1/2 Unzen Soda, 1 1/2 Unzen schwefelsaures Kupferoxyd zu 1 Unze Kalisalpeter und 6 Unzen Chlornatrium. Diese Quantitäten und deren Verhältnisse habe ich praktisch als die besten herausgefunden, aber es ist bewiesen, daß kleine Abänderungen vorgenommen werden können, ohne daß das Hauptprincip meiner Erfindung darunter leidet. (Berg- und hüttenmännische Zeitung, 1873, Nr. 50.)

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