Titel: Aetzproben von Eisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 211/Miszelle 2 (S. 73)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj211/mi211mi01_2

Aetzproben von Eisen.

Die österreichische Staatseisenbahngesellschaft hatte von ihren Werken in Reschitza, Ungarn, eine umfangreiche Sammlung geätzter Profileisen in Wien ausgestellt. Zur Durchführung der die Schweißnähte bloßlegenden Aetzungen bedient sich Hr. Louis Maderspach, wie Bergrath Prof. A. Kerpely in seinem soeben erschienenen Berichte über das Eisen auf der Wiener Weltausstellung (Schemnitz, Aug. Jörges) erwähnt, einer Mischung von 3 Volumtheilen concentrirter Salzsäure mit 1 Volumtheil rauchender Salpetersäure, die in eine geräumige Porzellanschale gebracht wird. Die zu ätzende Fläche wird vorerst mit Ammoniak gescheuert, mit reinem Wasser abgespült und auf 3 bis 4 Millimet. Tiefe in die Aetzflüssigkeit getaucht; als Unterlage dienen 3 oder 4 Quarz- oder Glaskörner (nach Kerpely's Erfahrungen noch besser der Rand der halbrunden Schale). Nach einer Viertelstunde wird der Gegenstand aus der Säure genommen und mit Wasser, dem bis zur alkalischen Reaction Ammoniak zugesetzt ist, gut abgespült, der anhaftende zähe Schleim wird mit einer Bürste entfernt und hierauf das Stück wieder in die Säure eingelegt. Diese Operation wird jede Viertelstunde wiederholt. Nach etwa 3 Stunden ist die Aetzung vollendet; die Gegenstände werden aus der Säure genommen, mit viel ammoniakhaltigem Wasser abgespült und wiederholt in Benzin gewaschen. Sollten die Aetzflächen schlecht aussehen, so legt man sie während 5 Minuten in frische Säure und reinigt sie wie vorher. Hierauf reibt man die geätzten Flächen mit vulcanisirtem Kautschuk so lange, bis sie nicht mehr anlaufen; um sie vor Oxydation lange und sicher zu bewahren, erhalten sie im mäßig warmen Zustand eine dünne Schicht von klarem, ebenfalls erwärmtem Firniß oder sehr gutem, mit weißem Terpenthin verdünntem Copallack. (Deutsche Industriezeitung, 1873, Nr. 50.)

Wir verweisen auf die im kürzlich erschienenen Heft III des Jahrg. 1873 der „Technischen Blätter“ (Vierteljahresschrift des deutschen polytechnischen Vereines in Böhmen) veröffentlichte Abhandlung des Hrn. Prof. Fr. Kick über das Aetzen von Eisen und Stahl,“ welche mit Abbildungen der Aetzflächen der den Aetzversuchen unterworfenen Stücke verschiedener Eisensorten etc. in circa 1/2 natürl. Größe versehen ist.

Die Redact. d. p. J.

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