Titel: Herstellung weicher und brillanter Photographien; nach Engelmann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 211/Miszelle 12 (S. 405–406)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj211/mi211mi05_12

Herstellung weicher und brillanter Photographien; nach Engelmann.

Es handelt sich hier darum Porträts herzustellen, die mit der möglichsten Schärfe der Contouren eine große Fülle von Halbtönen repräsentiren und der Totalansicht alsdann eine Weichheit verleihen, welche bei dem gewöhnlich angewendeten Verfahren zu produciren beinahe unmöglich ist. Dieselben sind bis jetzt stets durch congruentes Uebereinanderlegen zweier gleich aufgenommenen Negative erzeugt worden, wobei indessen die übergroße Präcision der Manipulationen einen permanenten Gebrauch für den Photographen unmöglich macht.

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Engelmann bringt nun, um obige Resultate zu erzielen, ein einfacheres Verfahren in Anwendung, welches von der jetzigen Art und Weise im Princip vollständig abweicht, indem der Schwerpunkt nicht in dem positiven Druckverfahren, sondern in der Anfertigung der Matrize liegt. Folgendes ist die Herstellung derselben.

Auf der am Apparat befindlichen Stellscheibe wird das Modell wie gewöhnlich scharf eingestellt. Darauf wird an die Stelle, wo sich der Ausschnitt für die Größen befindet, eine matte Glastafel, welche durch Provenceröl etwas durchsichtiger gemacht ist, befestigt, und die präparirte Platte mit der Hälfte der zu nehmenden Zeit belichtet. Ist dieß geschehen, so wird die interimistische Mattscheibe entfernt, und die Platte während der zweiten Hälfte der Zeit exponirt. Auf dieser Weise werden auf derselben Collodiumschicht zwei über einander liegende Negative erzeugt, und man hat es in der Macht, durch die gewöhnliche Verstärkungsweise denselben mehr oder weniger Brillanz zu geben. Im Allgemeinen ist eine etwas kürzere Belichtungszeit anzurathen, da durch die Brechung des Lichtes bei der ersten Exposition auf die Schatten eine Vertheilung der Lichter stattfindet, die, ähnlich wie der bekannte Schleier, den Tiefen schon einen matteren Ton gibt. Obige Art und Weise zu manipuliren hat nicht nur den Vorzug, der Photographie eine größere Vollendung in der technischen Ausführung zu verleihen, sondern bietet dem Photographen auch eine wesentliche Ersparniß an Geld und Zeit, da sowohl die Positiv- als auch die Negativretouche fast gänzlich erspart wird. (Photogr. Correspondenz.)

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