Titel: Darstellung von Chlorbor und Chlorsilicium; von Dr. H. Schnitzler.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 211/Miszelle 6 (S. 485)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj211/mi211mi06_6

Darstellung von Chlorbor und Chlorsilicium; von Dr. H. Schnitzler.

Wer sich mit der Darstellung von Chlorbor beschäftigt hat, weiß, wie schwierig es ist, selbst bei starker Kältemischung nur einige Kubikcentimeter darzustellen. Mittelst eines U-förmigen Rohres mit Ablauf, dessen Temperatur durch Schnee und Schwefelsäure unter – 30° C. gehalten wurde, gelang es nur nach langer Zeit, ca. 25 K. C. zu sammeln.

Dagegen erfolgte die Condensation leicht bei Anwendung eines ca. 6 Zoll langen und 1 1/2 Zoll weiten Rohres, welches so geneigt war, daß der Ablauf des Chlorbors dem Chlorstrom entgegen geschah. Das Rohr lag in einer Holzrinne in Schnee gehüllt, der von Zeit zu Zeit mit starker roher Salzsäure übergossen wurde. Die Temperatur war ca. – 10°. Die Darstellung geschah mittelst eines geglühten Gemisches von Borsäure, Ruß und Oel in Kugelform in einem Porzellanrohr in der bekannten Weise. Der Chlorstrom darf stark seyn, wenn nur die Temperatur eine sehr hohe ist. In einem Nachmittage erhielt ich ca. 80 K. C. schwach gelb gefärbten Chlorbors.

Chlorsilicium bedarf einer etwas geringeren Hitze, die Condensation erfolgt bequem in einem U-förmigen Rohr der geringeren Flüchtigkeit wegen. Als Kältemischung ist eine Mischung von Schnee oder gestoßenem Eise mit concentrirter Schwefelsäure dienlich. Die Schwefelsäure wird vorher mit so viel Schnee versetzt, daß sie den höchsten Wärmegrad von ca. 50° erhält, dann erkalten gelassen und nun mit kaltem Schnee vermischt. In 2 Tagen erhielt ich ca. 200 Gramme, welche Menge sich in einem geeigneten Apparat nach vorheriger Behandlung mit Quecksilber anfangs unter Ausstoßen von Salzsäuredampf ohne Verluste zu einer krystallhellen Flüssigkeit rectificiren ließ.

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