Titel: Pneumatisches Gegengewicht für Fördermaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 77–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi01_01

Pneumatisches Gegengewicht für Fördermaschinen.

Eine von Ch. F. Owen, Ingenieur in Chesterfield (England), construirte Fördermaschine hat folgende interessante Vorrichtung, um die variable Last des überhängenden Seilgewichtes durch eine variable Kraftquelle auszugleichen. Die cylindrischen Seiltrommeln sitzen an einer gemeinschaftlichen Welle, welche in normaler Weise durch beiderseitig aufgesteckte Kurbeln mit zwei Cylindern in Verbindung steht. Von diesen ist aber nur der eine als arbeitender Dampfcylinder wirksam, der andere hingegen steht – anstatt mit dem Dampfeinström- und Ausströmrohr – mit je einem Windkessel in Verbindung, so daß er während des Ganges der Maschine die Luft aus dem einen Windkessel entnimmt und in den zweiten hineinpumpt. Indem aber die Windkessel mit nach innen sich öffnenden Ventilen versehen sind, welche die Bildung eines Vacuums nicht gestatten, so ist leicht ersichtlich, wie gegen Ende eines Aufzuges der eine Windkessel mit Luft von atmosphärischer Spannung, der zweite Windkessel jedoch mit hoch comprimirter Luft gefüllt ist. Bei der hierauf erfolgenden Reversirung der Maschine wird sonach die aus dem letzteren Windkessel durch den Cylinder in den ersteren übertretende comprimirte Luft eine Arbeit leisten, welche durch Kolben, Kreuzkopf und Schubstange auf die Welle der Seiltrommeln übertragen, die Arbeit des Dampfcylinders unterstützt und damit während der ersten Hälfte des Aufzuges die erforderliche Mehrkraft leistet. Bei der Erreichung der mittleren Stellung der beiden Forderkorbe hat sich inzwischen die Spannung des einen Windkessels so vermehrt, die des zweiten so vermindert, daß Gleichgewicht herrscht und bei der nun folgenden letzten Hälfte des Aufzuges die überschüssige Arbeit des Dampfcylinders durch Vermittelung |78| des Luftcylinders in den ersteren Windkessel aufgenommen und zur Rückgabe während der ersten Hälfte des nächstfolgenden Aufzuges vorbereitet wird.

Hierdurch kann, bei Wahl geeigneter Dimensionen, ein völlig gleichmäßiger Gang der Fördermaschine erreicht werden, so daß damit die Anwendung von Gegengewichten oder conischen Seiltrommeln selbstverständlich entfällt.

Fr.

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