Titel: Neue Bestimmungsweise der Metalle oder Oxyde; von E. J. Maumene.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 80–81)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi01_05

Neue Bestimmungsweise der Metalle oder Oxyde; von E. J. Maumene.

Die größte Schwierigkeit der Bestimmung der Metalle im oxydirten Zustande oder der Oxyde selbst entspringt aus der Leichtigkeit, mit welcher die bis zum Rothglühen an der Luft erhitzten Metalle sehr verschiedene und unbestimmte Oxydationsstufen annehmen. Das Kupfer z.B. kann, als Oxyd bestimmt, fast reines Oxydul (Cu₂O) hinterlassen, wenn man es einer sehr hohen Temperatur aussetzt und rasch abkühlt, oder reines Oxyd (CuO), wenn es langsam erkaltet und während des Glühens fein zertheilt geblieben ist, mithin keine Schmelzung erlitten hat. Ein und dasselbe Gewicht Oxyd P kann mithin 88,89 bis 80 Proc. Metall enthalten. In der That hat man

im ersten Falle 64/72 = 8/9 = 88,89 Proc. Kupfer;

im zweiten Falle 32/40 = 4/5 = 80,00 Proc. Kupfer.

Man löst diese Schwierigkeit oft durch Reduction des erhaltenen Oxydes mittels Wasserstoff; allein eine solche Operation ist umständlich, das reducirte Metall läßt sich nicht gut unverändert aufbewahren, und wenn man auch noch so wenig in Arbeit nimmt, so hat doch schon der kleinste Irrthum alle die Uebelstände im Gefolge, welche man vermeiden will.

Man kann aber diese Schwierigkeiten umgehen, indem man das Oxyd, sobald es bis zur Zerstörung des Filters geglüht ist, mit einem kleinen Ueberschusse Schwefelsäure befeuchtet und dann vorsichtig erhitzt, um es in den Zustand von MO, SO₃ (MSO₄) |81| überzuführen, was leicht ausführbar ist; es handelt sich dann nur darum, das Gewicht des Sulfates genau zu bekommen, wobei eine neue Schwierigkeit eintritt. Im Allgemeinen zieht das pulverige Sulfat begierig Wasser aus der Luft an. Man kann allerdings den dadurch entstehenden Fehler vermeiden, wenn man den Tiegel unmittelbar nach dem Erkalten wiegt; am sichersten verfährt man jedoch, wenn man dem noch warmen Sulfate eine gewogene Menge Stearinsäure (oder Paraffin oder sonst ein ähnliches Fett) zusetzt und dann erst wiegt. (Comptes rendus, t. LXXIX p. 179; Juli 1874.)

W.

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