Titel: Schädlichkeit des Gaswassers für die Fischzucht; von Prof. A. Wagner.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 85–86)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi01_10

Schädlichkeit des Gaswassers für die Fischzucht; von Prof. A. Wagner.

In Folge einer Beschwerde der Münchener Fischer über das Einschütten des Gaswassers in die Isar hat der polytechnische Verein (bayerisches Industrie- und Gewerbeblatt, August 1874 S. 248) ein von Prof. A. Wagner verfaßtes Gutachten erstattet, in welchem auch über Versuche berichtet wird, welche Prof. A. Wagner angestellt hat, um die Schädlichkeit des Gaswassers für Fische zu ermitteln. Es wurde Brunnenwasser mit verschiedenen Mengen von Gaswasser versetzt und darin mit je zwei kleinen Fischen nachfolgende Beobachtung gemacht.

In Wasser, welches 1 Proc. Gaswasser zugesetzt enthielt, wurden die hineingegebenen Fische sofort sehr unruhig, suchten herauszuspringen, lagen nach 1 Minute am Rücken und waren nach 6 Minuten leblos.

In Wasser, welches 1/2 Proc. Gaswasser zugesetzt enthielt, wurden die hineingegebenen Fische sofort unruhig, lagen nach 5 Minuten am Rücken und waren nach 30 Minuten leblos.

In Wasser, welches 1/4 Proc. Gaswasser zugesetzt enthielt, wurden die hineingesetzten Fische nach einiger Zeit unruhig, lagen nach 1 Stunde am Rücken und waren nach 1 1/2 Stunde leblos.

In Wasser, welches 1/10 Proc. Gaswasser zugesetzt enthielt, blieben die Fische ruhig; einer derselben ließ nach 3 1/2 Stunden keine Veränderung erkennen, war aber nach 6 Stunden leblos; ein anderer (ein kleiner Hecht) zeigte selbst nach 7 Stunden keine Veränderung, war aber am anderen Morgen todt.

Um nun die schädliche Einwirkung des Gaswassers zu vermindern, empfiehlt Prof. Wagner, statt wie bisher Fässer voll Gaswasser mit circa 30 Ctr. Inhalt |86| in den Fluß zu gießen, das Gaswasser vielmehr in dünnem Strahl so langsam einfließen zu lassen, daß für das Ablaufen des jeweilig producirten Tagesquantums auch 24 Stunden aufgewendet werden, so daß beim Maximum der Münchener Tagesproduction in der Minute 5, beim Minimum 1 Liter Gaswasser auszufließen hätten. Diese geringen Mengen würden sofort so stark verdünnt und durch chemische Umsetzungen zwischen den Bestandtheilen des Gas- und Flußwassers unschädlich werden, daß ein Schaden für die Fischzucht nicht mehr zu befürchten ist.

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