Titel: Ueber die Verfälschungen des Bienenwachses mit dem japanischem Wachse; von Ch. Mène.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 87)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi01_12

Ueber die Verfälschungen des Bienenwachses mit dem japanischem Wachse; von Ch. Mène.

Seit einer Reihe von Jahren erscheint unter dem Namen Japanisches Wachs * auf den Märkten unserer Hafenstädte Havre und Bordeaux regelmäßig ein Product, welches per Kilogramm für 1 3/4 bis 2 Franken verkauft wird. Da man dasselbe gegenwärtig in bedeutender Menge zum Verfälschen des Bienenwachses, welches per Kilogrm. durchschnittlich 3 3/4 bis 4 Fr. kostet, anwendet, und diese Fälschung den Handel mit Wachs stark verdächtigt, so hat Verf. sich bemüht, ein leicht und schnell auszuführendes Verfahren zur Entdeckung dieses Betruges zu ermitteln. Am geeignetsten zur Erreichung dieses Zweckes schien die Vergleichung der Dichte, des Schmelzpunktes und des Erstarrungspunktes der beiden reinen Waaren und ihrer Gemische zu sein; die darüber angestellten Versuche lieferten folgende Resultate. Zur Bestimmung des specifischen Gewichtes wurde Weingeist angewendet, und dann auf das Wasser = 1,00000 umgerechnet.

Dichtigkeit. Schmelzpunkt. Erstarrungspunkt.
Reines japanisches Wachs 1,00200 52–54° C. 45–46° C.
Reines Bienenwachs 0,96931 64–65 63–64
Mischung von 50 jap. Wachs und 50 Bienenwachs 0,93518 64–65 61–62
„ „ 60 „ „ 40 „ 0,92785 64–65 61–62
„ „ 65 „ „ 35 „ 0,90730 64–65 61–62
„ „ 70 „ „ 30 „ 0,90452 63–64 61–62
„ „ 75 „ „ 25 „ 0,90164 63–64 62–63
„ „ 80 „ „ 20 „ 0,88703 63–64 62–63
„ „ 90 „ „ 10 „ 0,85100 63–64 62–63

Aus diesen Zahlen geht hervor, daß man nur durch das specifische Gewicht im Stande ist, einen derartigen Betrug zu entdecken, denn weder der Schmelzpunkt noch der Erstarrungspunkt liefern brauchbare Anhaltspunkte. Verf. beschäftigt sich jetzt damit, das Verhalten zu den verschiedenen Lösungsmitteln zu studiren. (Comptes rendus, t. LXXVIII p. 1544; Juni 1874.)

W.

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Wir besitzen über diese Substanz in chemischer Beziehung nur eine Notiz von Oppermann (Annales de Chimie et de Physique, 1832), eine deutsche von Sthamer und Meyer, nach welcher dieselbe viel Palmitin enthält, und noch eine andere deutsche Notiz von Brandes.

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