Titel: Potasche aus Wollschweiß.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 174)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi02_06

Potasche aus Wollschweiß.

Nach einem englischen Patent von Professor K. Kraut in Hannover wird, wie die deutsche Industriezeitung meldet, Wolle in gewöhnlichen Wollmaschinen mit warmem Wasser gewaschen, dem Potasche zugesetzt ist. Man läßt die Waschwässer in Behältern absetzen, dampft dann die zurückbleibende Flüssigkeit zur Trockne ein und erhitzt sie auf dem Herde eines Flammofens. Der Rückstand enthält die zum Waschen verwendete Potasche und das in der Wolle vorhanden gewesene Kali, ebenfalls zum größten Theil in Form von Potasche. Die durch Auslaugen dieses Rückstandes gewonnene Potaschelösung wird theils wieder zum Waschen von Wolle verwendet, theils kann sie für den Verkauf abgedampft und der Rückstand calcinirt werden.

Maumené und Rogelet (dies Journal, 1860 Bd. CLVII S. 156) haben sich die Gewinnung von Potasche aus Wollschweiß bereits am 15. Juni 1859 patentiren lassen. In Deutschland machte zuerst Dr. F. Hartmann in seiner Dissertation: „Ueber den Fettschweiß der Schafwolle“ (Göttingen 1868) auf diese Verwerthung der Waschwässer aufmerksam, und der Firma Hartmann und Hauers in Hannover gebührt das Verdienst, diese Fabrikation in Deutschland eingeführt zu haben. (Vergl. hannoversches Wochenblatt für Handel und Gewerbe, 1873 S. 155; Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure, 1874 S. 254.)

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