Titel: Abhängigkeit des elektrischen Leitungsvermögens der Lösungen vom Salzgehalt und der Temperatur.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 337–338)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi04_05

Abhängigkeit des elektrischen Leitungsvermögens der Lösungen vom Salzgehalt und der Temperatur.

Die Abhängigkeit des Leitungsvermögens der Chloride von der Temperatur zeigt nach den Untersuchungen von F. Kohlrausch und Grotrian in mehrfacher Beziehung eine große Einfachheit: es wächst mit der Temperatur nahezu gleichmäßig; die Temperatur-Coefficienten für die verschiedenen Chloride in verdünnter Lösung sind fast gleich groß. Bei wachsendem Salzgehalt nehmen zuerst alle Temperatur-Coefficienten ab. Später theilen sich die Körper in zwei Gruppen: Chlorkalium, Chlorammonium und Chlorbarium zeigen bis zu den größten Concentrationen eine Abnahme des Coefficienten. Chlornatrium, Chlorcalcium und Chlormagnesium dagegen haben ein Minimum zwischen 10 und 20 Proc., und von da an steigt der Coefficient. Die Curven, welche das Leitungsvermögen der Chloride bei 18° nach dem Salzgehalt darstellen, zeigen eine für diese einander chemisch so nahe stehenden Körper eine überraschende Mannigfaltigkeit. Ein Maximum zeigen Chlorcalcium bei 24 Proc. und Chlormagnesium bei 20 Proc. – Chlornatrium scheint sich einem solchen zu nähern, bei Chlorkalium ist hingegen das Leitungsvermögen fast genau dem Salzgehalte proportional. Im Allgemeinen leitet Chlorbarium am schlechtesten und Chlorammonium am besten.

Das Verhältniß des Leitungsvermögens zum Salzgehalt nähert sich bei abnehmender Concentration der Salze einer Grenze, welche man das specifische Leitungsvermögen nennen kann. Bei den Chloriden stehen dieselben ungefähr in der umgekehrten Reihenfolge wie die Aequivalentgewichte der wasserfreien Salze, so daß bei gleichen Mengen Chlor in der Lösung das Leitungsvermögen verdünnter Lösungen nicht sehr verschieden ist. Ordnet man die specifischen Leitungsvermögen nach dem specifischen Gewichte, so zeigen sich die Producte dieser beiden Werthe für die Chloride |338| der Alkalien und alkalischen Erden, bis auf höchstens 12 Proc. Abweichung vom Mittel, constant. Ist gleich diese Abweichung nicht unbeträchtlich, so erscheint doch eine so einfache Beziehung höchst bemerkenswerth. Sie würde, wenn sie streng richtig wäre, bedeuten, daß gleiche Volumen der wasserfreien Salze in der Lösung ein gleiches Leitungsvermögen bedingen. (Nachrichten der königl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen, 1874 S. 405.)

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