Titel: Die Abnahme der Lichtstärke mit dem Quadrate der Entfernung; von Carstädt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 343)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi04_16

Die Abnahme der Lichtstärke mit dem Quadrate der Entfernung; von Carstädt.

Daß die Helligkeit zweier Flächenstücke im umgekehrten Verhältniß stehe, wie die Quadrate ihrer Entfernungen von der Lichtquelle, ist durch die einfachsten theoretischen Betrachtungen so vollkommen erwiesen, daß ein Zweifel an diesem Gesetze über die Abnahme der Lichtstärke absolut unmöglich ist. Der experimentelle Beweis desselben ist jedoch bisher keineswegs mit der Schärfe geführt, wie sie sonst gefordert wird – und zwar wegen der Mangelhaftigkeit unserer Mittel, die Helligkeit zu messen.

Bekanntlich besteht das Bunsen'sche Photometer aus einem ausgespannten Papier, das an einer Stelle durch Stearin farblos durchsichtig gemacht wird. Es wird von beiden Seiten von den zu vergleichenden Lichtquellen beleuchtet, und die Beleuchtung ist auf beiden Seiten gleich, wenn der Stearinfleck in derselben Helligkeit erscheint wie das übrige Papier und verschwindet; ist die Beleuchtung vorn zu hell, so erscheint der Fleck dunkler, ist die Beleuchtung hinten zu hell, so erscheint er heller.

In den Versuchen von Carstädt wurden Petroleumlampen mit Flachbrennern als Lichtquellen benützt; sie konnten auf einer in Centimeter getheilten Schiene hin und her geschoben werden; und der Stearinfleck wurde auf dem in der Mitte in genau senkrechter Stellung aufgespannten Papier in Form eines Quadrates genau in der Verbindungslinie der beiden Flammen erzeugt. Die Beobachtung des Fleckes geschah mittels eines auf denselben eingestellten Fernrohres, welches gegen die Lichtquellen durch passende Schirme geschützt in einem sonst ganz dunklen Zimmer stand. Es wurde dann in einer Versuchsreihe die eine Lichtquelle beliebig verschoben und dann die andere, bis der Fleck verschwand; die Entfernungen wurden bestimmt und das Verhältniß der Quadrate dieser Entfernungen ermittelt. Am Ende einer Versuchsreihe überzeugte man sich, ob die Helligkeit der Flammen während denselben constant geblieben, indem man die vordere Flamme in eine Entfernung zurückbrachte, in welcher sie sich schon früher, bei Beginn des Experimentes, befunden hatte; die gleiche Entfernung der hinteren Lampe in beiden Fällen bewies die Constanz der Lichtquelle.

Aus den mitgetheilten 174 Einzelmessungen ergibt sich der Satz: Wenn die Entfernungen der Lampen vom Photometer so regulirt werden, daß der Fleck verschwindet, dann ist bei gleichmäßiger Helligkeit beider das Verhältniß der Quadrate ihrer Entfernungen eine constante Zahl. Und aus diesem Satze folgt: die Intensität des Lichtes nimmt ab mit dem Quadrate der Entfernungen. (Poggendorff's Annalen der Physik, Bd. CL S. 551.)

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