Titel: Töne der Wasserfälle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 343–344)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi04_17
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Töne der Wasserfälle.

Albert Heim hat bei seinen Excursionen in die Gebirge durch sachverständige Musiker die Töne bestimmen lassen, welche die Wasserfälle durch das Aufschlagen auf Steine und auf größere Wassermengen erzeugen. Die Angaben waren stets die gleichen; sie hörten stets den C-Dur-Dreiklang (C, E, G) und daneben das tiefere nicht zum Accord gehörige F. Da die äußeren Stimmen (höchster und tiefster Ton) eines Accordes stärker klingen als die Mittelstimme, so hört man das tiefe F sehr stark. Es deckt dann den reinen C-Dur-Accord; so daß dieser nicht mehrmals Accord, sondern mehr als schön klingendes Geräusch erscheint. Das F ist ein tiefer, dumpfer, brummender, wie aus großer Ferne klingender Ton, welcher um so stärker wird, je größer die stürzende Wassermasse ist. Man hört ihn noch hinter einer Bergecke oder hinter dichtem Walde, und in einer Entfernung, wo die anderen Töne nicht mehr wahrnehmbar sind. Neben dem F hören wir vor allen C und G. Das E ist sehr schwach und verschwindet dem Ohr bei kleinen Wasserfällen fast ganz. Diese Töne C, E, G und F wiederholen sich bei allem rauschenden Wasser, bei großen Wasserfällen oftmals in verschiedenen Octaven. Bei kleinen Wassern hört man die gleichen Töne, nur 1, 2 manchmal 3 Octaven höher als bei starken Wassern. Andere Töne sind nicht zu finden. (Verhandlungen der naturforschenden Gesellschaft zu Schaffhausen, Jahrgang 1873.)

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