Titel: Die Eiskeller nach System Brainard.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 421)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi05_06

Die Eiskeller nach System Brainard.

Ein Hauptübelstand der gewöhnlich angewendeten Eiskeller besteht darin, daß sich, trotz der besten Isolirung, fortwährend Niederschläge der mit Feuchtigkeit geschwängerten Luft bilden. Dadurch werden die Wandungen des Kellers angegriffen und das Eis selbst, indem das condensirte Wasser schließlich wieder zurückläuft, rascher aufgezehrt, als es bei entsprechender Trockenhaltung stattfinden würde. Diese wird aber (nach einer in der deutschen Industrie-Zeitung 1874, S. 462 ff. veröffentlichten Abhandlung) erreicht durch das Brainard'sche Patent, welches in der Hauptsache darin besteht, oberhalb des Eisvorrathes eine zickzackförmig gebogene Blechdecke anzubringen, an welcher sich alle Feuchtigkeit niederschlägt und in eigens angebrachten Holzrinnen entfernt wird – derart, daß die Luft in dem Eiskeller fortwährend trocken erhalten bleibt. Für den Fall als unterhalb des Eisvorrathes, wie dies rationeller Weise immer mehr in Aufnahme kommt, Gährlocale und Lagerkeller angebracht werden sollen, wird das Eis auf eisernen Trägern gelagert, die auf ihrer Unterseite, welche dem Kühlraume zugekehrt ist, gleichfalls mit einer Brainard'schen Blechdecke verkleidet sind. Dieselbe erfüllt hier den doppelten Zweck, zunächst einer entsprechenden Abführung des niedertropfenden Wassers; sie bietet jedoch auch ferner noch den wesentlichen Vortheil einer um mehr als die Hälfte gegenüber einer flachen oder gewölbten Decke vergrößerten Abkühlungsfläche. Die Kosten sollen sich nur um 25 Proc. höher stellen wie bei Kellern alter Construction.

R.

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