Titel: Ueber den Schutz gußeiserner Röhren gegen die Einwirkung saurer Wässer durch einen Cementüberzug; von Engelhardt in Ibbenbüren.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 494–495)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi06_02

Ueber den Schutz gußeiserner Röhren gegen die Einwirkung saurer Wässer durch einen Cementüberzug; von Engelhardt in Ibbenbüren.

Da der Tiefbauschacht Pommer-Esche der königlichen Steinkohlengruben bei Ibbenbüren sehr von sauren Wässern belästigt wurde, die in Oberschlesien ausgeführte Emaillirung aber, welche allein sich bisher als dauernd bewährt hatte, theuer ist, indem sie pro 1000 Kilogrm. der überzogenen Röhren 120 Mark kostet, so machte der Verfasser, sich stützend auf die Erfahrung, daß Cement an Eisen sehr fest haftet, wie es beim Ausbruch gußeiserner Röhren aus alten, mit Cement gemauerten Dämmen häufig zu sehen ist, und daß andererseits der Cement, wo er in Sümpfen etc. den sauren Wässern Jahre lang ausgesetzt gewesen, sich wohl erhalten zeigte, einige Versuche durch Anstreichen des Eisens mit Cement. Im laufenden Jahre sind die sämmtlichen Rohre eines 73 Centim. Drucksatzes im Oeynhausen-Schachte mit einem inneren Cementanstrich versehen und haben sich, nachdem der Einbau einige Monate vollendet und die Pumpe in Betrieb gekommen ist, unverändert erhalten.

Die Manipulation bei der Ausführung des Anstriches auf den Ibbenbürener Gruben ist folgende. Die Röhren werden am besten neu, bevor sie einen Rostüberzug |495| erhalten haben, verwendet; sind nur alte vorhanden, so müssen dieselben durch Scheuern mit weichen Sand- oder Ziegelsteinen völlig vom Roste befreit und sauber ausgewaschen werden. Vielleicht gelingt die Reinigung vollständiger durch Anwendung von Säuren. Der Cement wird (ohne Sandzusatz) so dünnflüssig gemacht, als es unbeschadet seiner Bindefähigkeit geschehen kann. Den zulässigen Grad der Verdünnung kann man mit jeder Cementsorte leicht feststellen. Das zu bestreichende Rohr wird vor dem Anstreichen naß gemacht, und demnächst der Cement mit einem Pinsel möglichst dünn aufgetragen, worauf man ihn erhärten läßt. Nach vollständiger Erhärtung wird der erste Anstrich wiederum angefeuchtet, und der zweite darauf gebracht. In dieser Weise wird das Rohr im Ganzen 4 bis 5mal bestrichen. Die Ausführung der Arbeit bei großer Hitze ist nicht zu empfehlen, weil alsdann der Cement zu schnell trocknet. – Frost zerstört die Bindefähigkeit, und es dürfen daher die Rohre demselben weder während des Anstreichens, noch nachher ausgesetzt werden. (Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen in dem preußischen Staate, Bd. XXI S. 205.)

e.

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