Titel: Ueber Conservirung der Schiffskessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 495)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi06_03

Ueber Conservirung der Schiffskessel.

G. Hueber hat aus mehreren Beobachtungen und Versuchen die Ueberzeugung gewonnen, daß durch die sogenannte Trockenhaltung der Kessel im Hafen das Zugrundegehen derselben eher beschleunigt als verzögert wird, da die geöffneten Kessel, in denen Luft circulirt, immer die Feuchtigkeit der Luft anziehen und durch den Sauerstoff derselben rapid weiter oxydiren. Beim nächsten Dampfmachen springen dann in Folge der ungleichen Ausdehnung durch die Wärme die Rostkrusten stellenweise vom Kesselblech ab. In Folge dessen hat man bei Schiffen, die längere Zeit mit offenen Kesseln in Reserve standen, nach dem ersten Dampfmachen stets eine Menge abfallender Rostkrusten aus den Kesseln zu ziehen. Ist das Kesselblech schwach, so hinterlassen die abspringenden Rostkrusten offene Löcher in demselben.

Nach Erfahrungen des Verf. ist es für die Conservirung der Kessel rationeller, dieselben, so lange sie in Unthätigkeit stehen, immer geschlossen und bis an die Decke vollgefüllt mit Wasser zu halten, damit die Luft gar keinen Zutritt in das Innere finde. Mit Wasser vollgefüllt – auch wenn es Seewasser ist – setzt sich an den inneren Wandflächen der Kessel erst nach langer Zeit eine dünne flüssige Rostfarbe an, nie aber eine feste Rostkruste. (Nach den Mittheilungen aus dem Gebiete des Seewesens. Polo 1874. – Vergl. dies Journal, 1874 Bd. CCXII S. 442.)

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