Titel: Wein-Analysen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1874, Band 214 (S. 499–500)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj214/ar214mi06_12
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Wein-Analysen.

Von der reichen Sammlung italienischer Weine, welche auf der Wiener Weltausstellung figurirte, sind 520 Proben von F. Sestini, G. Del Torre und A. Baldi auf ihr spec. Gewicht und den Gehalt an Alkohol, freier Säure, festem Rückstand bei 110° und Asche untersucht worden. Der mittlere Alkoholgehalt der italienischen Weine ist ein relativ hoher, er beträgt 13–14 Vol. Proc.; nur sehr wenige Sorten enthalten unter 10 Proc.; dagegen viele südliche, namentlich sicilianische Weine 16–20 und einzelne (Marsala) sogar bis zu 22 Proc. Alkohol. Der Gehalt an freier Säure, mittels 1/10 Normalalkalt bestimmt, beträgt im Mittel 6–7 pro Mille und erreicht selbst bei den an Säure reichsten (venetianischen) Weinen nicht 1 Proc. Der Gehalt an festem Rückstand ist sehr verschieden und im Allgemeinen von Norden nach Süden zunehmend. Die Mineralsubstanzen erreichen nur in wenigen Fällen 1/2 Proc.; viele Weine enthalten 3–4 pro Mille, die meisten aber weniger.

Bei 82 der besten Weine wurde außerdem der Gehalt an Gerbstoff, Glykose, Glycerin (approximativ), sowie das Verhältniß zwischen fixen und flüchtigen Säuren bestimmt. Der Zuckergehalt beträgt in vielen sicilianischen Weinen 13–20 Proc., er nimmt gegen Norden hin rasch ab und bei den meisten Sorten aus Mittel- und Nord-Italien beträgt er nur 1–2 Proc. Der Gerbstoff scheint zu dem Zucker in umgekehrtem Verhältniß zu stehen. Er ist im Allgemeinen nur in geringer Menge vorhanden, etwa 1–2 pro Mille und bei den zuckerreichen Weinen nur etwa 1/2 pro Mille. Der höchste Glyceringehalt findet sich in den sicilianischen Weinen, erreicht aber kaum 1 1/2 Proc. Der Gehalt an flüchtigen Säuren beträgt 1–2 pro Mille, im Durchschnitt etwa 1/4 des Gesammtsäuregehaltes. Die aromatischen Weine enthalten die relativ größten Mengen von flüchtigen Säuren. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 1294).

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