Titel: Ueber Kitte für Gasretorten; von Ferd. Capitaine.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 185–186)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi02_08
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Ueber Kitte für Gasretorten; von Ferd. Capitaine.

So oft dieser Gegenstand auch schon erörtert wurde, so erscheint die Mittheilung brauchbarer Mischungen dennoch immer wünschenswerth. Als Flußmittel einer großen Anzahl in den Handel gebrachter Kitte wird neuerdings Wasserglas benützt. Indessen erscheint die Anwendung von Wasserglas nur zulässig, wenn letzteres in gemahlenem Zustande verwendet wird. Dasselbe bildet ein weißliches Pulver und liefert, mit 3 bis 4 Theilen Thon versetzt, einen sehr brauchbaren Kitt. Es scheitern indessen alle Versuche flüssiges Wasserglas in Verbindung mit Thon, Kreide, Schwerspath oder Aehnlichem zu Kitt zu benützen. Alle diese Mischungen erhärten in kurzer Zeit und lassen sich mithin nicht aufbewahren. Selbst die Anwendung eines ganz alkalireichen Wasserglases, wie es in England fabricirt wird, hilft jenem Uebelstande nicht ab. Indessen erhält man vorzügliche Kitte, wenn man passende magere Thonsorten, namentlich China-Clay, mit einer Lösung von Aetznatron mischt. Auch eine concentrirte Sodalösung läßt sich verwenden. Aetzkali und Potasche erfüllen denselben Zweck, sind indessen um die Hälfte theurer.

Man benöthigt entweder einen Zusatz von ca. 10 Proc. Aetznatron zum Thon, oder 20 Proc. calcinirte Soda. Natürlich richtet sich der Alkalizusatz nach der Feuerbeständigkeit des jeweiligen Thones. Die Masse erhärtet nie in sich selbst und bleibt stets brauchbar. Der Sealy'sche Kitt ist nichts weiter als eine Mischung von China-Clay mit kaustischen Alkalien. (Journal für Gasbeleuchtung etc., 1874 S. 779.)

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