Titel: Zur Analyse der käuflichen Anthracene.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 191–192)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi02_18

Zur Analyse der käuflichen Anthracene.

E. Luck gibt zu seiner Methode der Anthracenbestimmung einige Nachträge (vergl. 1874 211 76. 213 452). Wenn das erhaltene Anthrachinon nicht vollkommen rein aus fällt, so verfahre man in folgender Weise. Das mit Wasser ausgewaschene Chinon wird von dem Filter vorsichtig in eine kleine Porzellanschale gespritzt, etwa 1 bis 2 K. C. Natronlauge zugesetzt und dann mit 1 K. C. concentrirter Chamäleonlösung unter Umrühren etwa 5 Minuten gekocht. Verschwindet hierbei die grüne oder rothe Färbung der Flüssigkeit, so wird der Chamäleonzusatz erneuert, bis nach 5 Minuten langem Kochen die Flüssigkeit stark roth gefärbt bleibt. Man läßt dann etwas erkalten und setzt tropfenweise verdünnte Schwefelsäure bis zu stark saurer Reaction zu. Zur Zerstörung der überschüssigen Uebermangansäure und des als braunes Pulver ausgeschiedenen |192| Mangansuperoxyds trägt man in die noch warme Flüssigkeit nach und nach einige kleine Krystalle von Oxalsäure ein. Man filtrirt nun, wäscht mit Wasser bis zum Aufhören der sauren Reaction aus, behandelt dann mit heißer, sehr verdünnter Natronlauge, wäscht nochmals mit Wasser und trocknet. Das so erhaltene Anthrachinon ist nun völlig rein und weißlich gelb gefärbt; grünlichgrau wird dasselbe, wenn das Anthracen fein vertheilte Kohle enthält. Dieses ist zu vermeiden durch Filtration der essigsauren Lösung des Anthracens mittels eines Heißwassertrichters.

Um das Chinon leicht vom Filter trennen zu können, lasse man nach der Oxydation über Nacht stehen und füge erst dann das erforderliche Wasser nach und nach zu. (Zeitschrift für analytische Chemie, 1874 S. 251).

R. Lucas (Chemical News, 1874 S. 190) hat 20 Proben Rohanthracene mittels Schwefelkohlenstoff und durch Ueberführung in Anthrachinon auf ihren Gehalt an Anthracen untersucht und folgende Resultate erhalten.

Procentischer Anthracengehalt Differenz.
nach der
Schwefelkohlenstoff-Probe.
nach der
Anthrachinon-Probe.
9,20 11,90 + 2,70
16,00 16,40 + 0,40
24,50 26,10 + 1,60
34,00 27,80 – 6,20
35,00 28,20 – 6,80
38,00 29,67 – 8,33
38,00 33,38 – 4,62
40,50 38,00 – 2,50
43,00 33,80 – 9,20
49,00 34,24 – 14,76
57,40 44,51 – 12,89
58,00 41,50 – 16,50
59,00 44,51 – 14,49
59,50 39,37 – 20,13
60,00 37,66 – 22,34
60,00 42,80 – 17,20
64,12 48,79 – 15,33
65,00 47,08 – 17,92
67,00 46,22 – 20,78
73,00 49,22 – 23,78

Die Schwefelkohlenstoffprobe ist falsch, da der bei der Behandlung des Rohanthracens erhaltene Rückstand nicht reines Anthracen ist, andererseits Schwefelkohlenstoff Anthracen theilweise auflöst. Dagegen kann Verf. die von Luck gemachten Angaben nur bestätigen.

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