Titel: Zur Hopfenuntersuchung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 283)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi03_06

Zur Hopfenuntersuchung.

Ob ein Hopfen geschwefelt sei oder nicht, wird bekanntlich dadurch bestimmt, daß man eine Probe mit Zink und Salzsäure behandelt und den sich dabei entwickelnden Schwefelwasserstoff durch Bleipapier oder Nitroprussidnatrium nachweist.

Diese Untersuchungsmethode wurde bei der Bierbrauerei-Ausstellung in Hagenau von kundiger Seite als unsicher bezeichnet, indem derselben besonders zwei Fehler anhaften. Zunächst kann die Unreinheit der angewendeten Reagentien zu Täuschungen Veranlassung geben; es ist daher vor allem nothwendig, sich von der Reinheit der Salzsäure und des Zinkes zu überzeugen. Prof. A. Vogel fand, daß Zinkblech wegen seiner größeren Reinheit am besten sich eignet; ferner beobachtete derselbe, daß eine große Zahl getrockneter Pflanzentheile, wie Malvenblätter, Lindenblätter, bei denen an einen Gehalt von schwefeliger Säure nicht gedacht werden kann, bei gleicher Behandlung ebenfalls geringe Mengen Schwefelwasserstoff entwickeln; ebenso erzeugten die Lupulinsorten alle Schwefelwasserstoff, zuweilen sogar Bier und Bierextract. Es geht daraus hervor, daß unter den angeführten Umständen der Schwefelgehalt dieser Substanzen ebenfalls in geringer Menge zur Bildung von Schwefelwasserstoff beitragen kann.

Nach den Beobachtungen von Prof. Wagner (Bayerisches Industrie- und Gewerbeblatt, 1875 S. 22) entwickelt das gewöhnliche Zinkblech beim Auflösen in Säuren keinen Schwefelwasserstoff, weil derselbe durch das stets in geringer Menge vorhandene Blei als Schwefelblei abgeschieden wird.

Prof. Vogel empfiehlt schließlich, statt Zink Natriumamalgam, Cadmium, Magnesium oder Aluminium anzuwenden.

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