Titel: Ueber die Analyse von Zucker.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 284–285)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi03_10

Ueber die Analyse von Zucker.

Die Bestimmung des Fruchtzuckers im Rohzucker unterliegt zwar im Allgemeinen keiner Schwierigkeit, indessen kommen doch, wie J. M. Milne (Chemical News) hervorhebt, dabei einige Punkte vor, welche besondere Aufmerksamkeit verdienen. Das gewöhnliche Verfahren, welches darin besteht, eine abgewogene Menge in Wasser aufzulösen, die Lösung auf ein bestimmtes Volum zu bringen und darin direct den Fruchtzucker quantitativ zu ermitteln, ist keineswegs immer zuverlässig, denn mehrere dunkelfarbige Zucker enthalten auch noch andere Materien (wahrscheinlich albuminöse), welche wie der Fruchtzucker die Fähigkeit besitzen, die Kupfersolution zu reduciren, die mithin vorher beseitigt werden müssen. Zu diesem Endzweck kann das von Fresenius empfohlene Verfahren, Ausfällen mit essigsaurem Blei, vortheilhaft angewendet werden. Während einige Proben vor und nach dieser Ausfällung gleiches Ergebniß liefern, ist bei anderen ein merklicher Unterschied wahrzunehmen. So z.B. gab eine Zuckerart vor dem Ausfällen 4,90 und nach dem Ausfällen nur 3,27 Proc. Fruchtzucker.

Zur Ermittelung des Gehaltes an Fruchtzucker in jeder Art von Rohzucker verfährt man daher am besten, wie folgt. 5 Grm. der Waare löst man in Wasser, filtrirt nöthigenfalls, wäscht nach, gießt die Flüssigkeit in eine 100 K. C. fassende Flasche, |285| gibt noch so viel Wasser hinzu, daß dieselbe ungefähr zu drei Viertel angefüllt ist, setzt Bleiessig im Ueberschuß hinzu, ergänzt nun bis zu 100 K. C. mit Wasser, filtrirt nach erfolgter Klärung, und benützt erst dieses Filtrat zur Zuckerbestimmung.

W.

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