Titel: Bestandtheile des rohen Holzgeistes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 285)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi03_13

Bestandtheile des rohen Holzgeistes.

Der rohe Holzgeist ist schon häufig Gegenstand eingehender Untersuchungen gewesen, die sich jedoch in den meisten Fällen auf die niedrig siedenden Bestandtheile desselben erstreckten. Von den drei als wesentlich erkannten Körpern: Aceton, Methylacetat und Methylalkohol sind die ersten zwei indirecte Producte. Das Aceton entstammt der Essigsäure, das Methylacetat der Einwirkung der Essigsäure auf den Methylalkohol beim Aufarbeiten des rohen Holzessigs. Aus diesem Grunde erklärt sich, daß die Mengenverhältnisse der drei genannten Körper so außerordentlich wechseln. Schnelleres oder langsameres Verkohlen des Holzes, mehr oder minder hohe Temperatur der Leitungsröhren nach der Kühlschlange werden den Gehalt an Aceton in dem Holzgeist erheblich beeinflussen. Begreiflicherweise hat man in dem rohen Holzgeist noch Zersetzungs- resp. Condensationsproducte des Acetons zu erwarten. Voelkel hat schon (vergl. Liebig's Annalen, Bd. 80 S. 30) unter dem Namen Xylitnaphta und Xylitöl Körper beschrieben, welche als Mesityloxyd und Phoron in unreinem Zustande zu betrachten sind. Grodzki und Krämer (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 1492) haben im Holzgeist jetzt auch Allylalkohol aufgefunden; doch dürfte selbst ganz roher Holzgeist kaum mehr als 0,2 Proc. davon enthalten. – Reiner Methylalkohol siedet zwischen 65,75° und 66,25°, das specifische Gewicht bei 15° beträgt 0,7997. (Vergl. 1874 214 62.)

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