Titel: Oelcementfarbe als Anstrich für Steinpappe-Dachungen; von L. A. Mack in Augsburg.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 286)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi03_15

Oelcementfarbe als Anstrich für Steinpappe-Dachungen; von L. A. Mack in Augsburg.

Der Anstrich der gleichmäßig aufgespannten Steindachpappe wird sofort nach dem Eindecken, womöglich an einem trockenen sonnigen Tage in gewöhnlicher Weise vorgenommen, und muß namentlich darauf geachtet werden, daß an denjenigen Stellen, wo die Dachpappe aufeinandergelegt und angenagelt ist, die Farbe gut in den Falz eindringt; es empfiehlt sich in dieser Hinsicht, die Tafeln schon beim Legen, so breit sie nämlich auf einander zu liegen kommen, mit unverdünnter Oelcementfarbe zu bestreichen, weil auf diese Weise die beiden Flächen aufs Dichteste verbunden werden. In der Regel werden mit der vorher etwas verdünnten Farbe zwei Anstriche gemacht. Der noch nasse erste Anstrich wird mit feinem trockenem Sande mittels eines Siebes gleichmäßig überstreut, und zwar wird dieses Sandiren nicht erst vorgenommen, nachdem das ganze Dach schon überstrichen worden war, sondern stellenweise, gleich während des Anstreichens, damit man nicht nöthig hat, in die aufgetragene Farbe zu treten. Der zweite Anstrich, vor dessen Ausführung der nicht gebundene Sand durch einen Staubbesen entfernt sein muß, wird am besten etwa 8 Tage nach dem ersten gemacht; dieser Anstrich braucht nicht mehr sandirt zu werden, weil er hauptsächlich den Zweck hat, sich mit dem vorhergehenden zu einer steinharten, unlöslichen Masse zu verbinden und gleichzeitig dem Dache ein hübsches Aussehen zu geben. Zum zweimaligen Anstrich von 100 Quadratmeter Dachfläche sind beiläufig erforderlich:

19 Kilogrm. Oelcementfarbe und

6 Kilogrm. Leinölfirniß oder Leinöl zum Verdünnen.

Die Oelcementfarbe besteht aus:

2 Gew. Th. geschlämmten Graphit,
2 „ Eisenmennige,
16 „ Cement,
16 „ schwefelsauren Barit und
6 „ Bleioxyd

auf Maschinen abgerieben, in einem Oelfirniß, welcher folgenderweise bereitet wird: 100 G. Th. gutes Leinöl werden mit 5 Proc. Braunstein 8 Stunden lang in einem kupfernen Kessel gekocht und hierauf 10 G. Th. Schwefelblüthe und 20 G. Th. französischem Harz darin aufgelöst und vor dem Erkalten filtrirt.

Der zweimalige Anstrich per Quadratmeter stellt sich incl. Arbeitslohn auf circa 20 Rpf. (Bayerisches Patent vom 22. Juli 1873. Nach dem bayerischen Industrie- und Gewerbeblatt, 1874 S. 306.)

n.

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