Titel: Erkennung gefärbter Rothweine; nach Mellias.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 383–384)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi04_14

Erkennung gefärbter Rothweine; nach Mellias.

In ein gläsernes Proberohr von etwa 20 K. C. Inhalt gießt man 5 bis 6 K. C. des zu prüfenden Weines und setzt demselben 3/4 dieses Volumens Aether zu. Nach einigen Minuten steigt der Aether an die Oberfläche des gefärbten oder nicht gefärbten Weines. Erscheint der Aether gelb gefärbt und nimmt er durch Zusatz von einigen Tropfen Ammoniak eine hochrothe Färbung an, so ist dem Weine Campecheholz zugesetzt. Färbt sich der Aether röthlich bis in's Violette und behält er selbst bei Zugabe von sehr viel Ammoniak diese Färbung bei, so enthält der Wein Färbermoos. Verliert der rothgefärbte Aether, wenn er mit Ammoniak vermischt wird, seine rothe Farbe, ohne ins Violette überzugehen, so ist nur der natürliche Farbstoff des Weines, Oenolin, vorhanden. Verliert der rothgefärbte Aether mit Ammoniak seine rothe Farbe, ohne daß letzterer sich färbt, so ist dem Wein Fuchsin beigefügt. |384| In dem Falle endlich, wo der Aether ungefärbt aufsteigt, nimmt man eine neue Probe des zu prüfenden Weines und gießt das Zweifache seines Volumens Wasser und das halbe Volum Ammoniak hinzu. Nimmt nun der Wein eine braunrothe Färbung an, so enthält er Cochenille; färbt er sich dagegen grün, so kann man annehmen, daß keine der angeführten Substanzen darin enthalten ist.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: