Titel: Ueber die Anwendung des Stickoxyd-Schwefelkohlenstofflichtes zu photographischen Zwecken; von E. Sell.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 384)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi04_15

Ueber die Anwendung des Stickoxyd-Schwefelkohlenstofflichtes zu photographischen Zwecken; von E. Sell.

Ein kleines, kugelförmiges Glasgefäß enthält den Schwefelkohlenstoff, welcher durch einen Docht zum Brenner in die Höhe gesaugt wird. Um die kleine Kugel ist eine größere geblasen. Der Zwischenraum zwischen beiden wird mit kaltem Wasser gefüllt, welches die Abkühlung des Schwefelkohlenstoffes bezweckt. Der Brenner ist ein gewöhnlicher Wild- und Wessel-Brenner, durch den in der Mitte ein rechtwinkelig gebogenes, mit einem Hahn versehenes Rohr geht, welches das Stickoxyd aus einem Glasgasometer zuführt. Das Stickoxyd, welches für die photographischen Zwecke sehr rein sein muß, stellt Verf. in bekannter Weise aus Eisenchlorür, Kaliumnitrat und Chlorwasserstoffsäure dar. Entzündet man den Schwefelkohlenstoff (was ohne jede Gefahr geschehen kann) und läßt das Stickoxyd zuströmen, so gelingt es bei gehöriger Regulirung des Gasstromes und der Dochthöhe eine sehr schöne weiße Flamme von großer Intensität herzustellen, deren spectralanalytische Untersuchung besonders Licht von der Brechbarkeit der blauen, violetten und ultravioletten Strahlen herausstellt. Mit diesem Licht hat Verf. mit Otto Müller Photographien ausgeführt, welche bei verhältnißmäßig kurzer Expositionszeit in Bezug auf Feinheit in der Vertheilung des Lichtes und Schattens nichts zu wünschen übrig lassen.

Verfasser hat schon am 10. October 1873 (Patentspecification Nr. 3288) die oben beschriebene Lampe in England zu photographischen Zwecken patentiren lassen – eine Thatsache, welche seine Priorität in Bezug auf die Anwendung des Stickoxyd-Schwefelkohlenstofflichtes gegenüber Delachanal und Mermet (vergl. 1874 214 483) außer Zweifel setzt. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 1521.)

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