Titel: Matern's Entwollungsmaschine für Schaffelle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 472)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi05_08

Matern's Entwollungsmaschine für Schaffelle.

Bei Verarbeitung von Schaffellen ist nicht blos der Werth der für das Leder bestimmten Haut, sondern auch jener der Wolle zu berücksichtigen und daher darauf Rücksicht zu nehmen, daß 1) Haut und Wolle durch die angewendeten Lösungsmittel nicht angegriffen werden, 2) die Wolle von der Haut sich gut lösen läßt und 3) eine leichte Sortirung der Wolle nach Qualität keine Schwierigkeiten macht. Diesen Bedingungen soll die von der Maschinenfabrik August Frey in Wien ausgeführte Entwollungsmaschine erfüllen.

Die zu entwollenden Felle werden mit einer, dem Schwefelnatrium ähnlich wirkenden, Flüssigkeit auf der Aasseite angestrichen, die Felle mit den Aasseiten gegeneinander gelegt und partienweise übereinander geschichtet. Nach Verlauf einer Stunde lassen die Felle die Wolle und werden durch die Maschine bearbeitet. Dieselbe besteht aus einer mit Kautschuk überzogenen Trommel, auf welcher das zu entwollende Fell durch eine einfache Klemmvorrichtung festgehalten und langsam einer rasch rotirenden Messerwalze – mit schraubengangförmig gewundenen Rippen besetzt – zugeführt wird, welche die Wolle vom Fell lostrennt und sofort auf ein endloses Tuch ausbreitet. Das entwollte Fell nimmt man von der Trommel und legt ein neues auf; die losgelöste Wolle aber breitet sich auf dem endlosen Tuche so aus, wie dieselbe am Felle haftete; es ist daher ein Leichtes, die Wolle zu sortiren und in getrennten Partien aufzuhäufen.

Zwei Arbeiter sind im Stande mit dieser Maschine im Tag 300 bis 400 Stück hergerichteter Felle zu entwollen. Als Betriebskraft wird 1/4 Pferdestärke und als Platzbedarf 1,265 × 2,210 Meter angegeben; das Gewicht der Maschine beträgt 15 Str., der Preis loco Wien 350 fl. ö. W. (Nach dem Gerber, 1875 S. 150.)

J.

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