Titel: Eine neue Methode der Seifenuntersuchung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 475–476)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi05_15

Eine neue Methode der Seifenuntersuchung.

Meister (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1874 S. 1742) verwendet zur Untersuchung 80 bis 100 Grm. aus verschiedenen Stellen der Seifentafel, löst in 1000 K. C. Wasser und führt die einzelnen Bestimmungen mit je 50 bis 100 K. C. dieser Seifenlösung aus. Die Bestimmung des Trockengehaltes wird vorgenommen durch Trocknen in einem tarirten Kochfläschchen bei 130° bis 140° mit gleichzeitigem Durchsaugen eines heißen, trockenen Luftstromes.

Die Fettsäure, mit Salzsäure ausgeschieden, wird mit Schwefelkohlenstoff ausgeschüttelt und im Wasserstoffstrom (zur Verhinderung einer Oxydation der Oelsäure) völlig getrocknet. Zur raschen Titration des Alkalis ist als Indicator der neue Farbstoff Eosin* dem Lackmus vorzuziehen; beim Lackmus erfolgt die Röthung durch freie Mineralsäure allmälig ohne scharfen Uebergang, während beim Eosin die schön morgenrothe Farbe bei eintretender Säuerung plötzlich verschwindet.

Zur schnellen Vergleichung verschiedener Seifen eignet sich ein Titrirverfahren, welches auf einer Umkehrung der Clark'schen Härtebestimmung beruht; mit einer |476| verdünnten Bariumnitratlösung, welche nach den von Clark (1842 83 193) angegebenen Verdünnungsverhältnissen auf eine Normalseife eingestellt ist, läßt sich eine beliebige Seifenlösung titriren, indem die Menge von Bariumnitratlösung, die bis zum Verschwinden des Seifenschaumes gebraucht wird, mit einiger Uebung sich genügend scharf bestimmen läßt. Anstatt Bariumsalz verwendet man für die Seifentitration noch besser 1/10 Normalbleinitrat; mit Jodkaliumpapier ist sehr genau der Punkt zu erkennen, wo alle Seife als unlösliches Beipflaster ausgeschieden und eben überschüssiges Blei in der Lösung vorhanden ist.

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Eosin, ein kürzlich von der Stuttgart-Mannheimer Gesellschaft in den Handel gebrachter Farbstoff, zeichnet sich in Lösung und auf Seide durch eine prachtvolle Fluorescenz aus, wodurch es in brillanter Weise die schönen Töne von Rosa und Granatroth vereinigt. Es erscheint in grünlich schimmernden, in Wasser leicht löslichen Krusten, der Alkaliverbindung eines durch Säuren in gelbrothen Flocken sich ausscheidenden Farbstoffes; es scheint mit den Baeyer'schen Phtalsäurefarbstoffen verwandt zu sein. (Vergl. die Abhandlung auf S. 449.)

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