Titel: Regeneration der Manganrückstände in der Chlorfabrikation; von F. Kuhlmann.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 479)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi05_22

Regeneration der Manganrückstände in der Chlorfabrikation; von F. Kuhlmann.

Die rohe Manganchloridlösung wird mit Kreide vermengt, um Eisen als Carbonat fortzuschaffen, und sodann mit Kalkmilch, um das Manganchlorid in Oxyd überzuführen. Dieses Oxyd wird, nach sorgfältigem Waschen, in Salpetersäure gelöst, die Lösung eingedampft und der trockene Rückstand in Retorten auf eine Temperatur erhitzt, bei welcher der Stickstoff als Untersalpetersäure und als Stickstoffoxyd (dieses natürlich in Berührung mit atmosphärischer Luft in Untersalpetersäure übergehend) entweicht, bei welcher aber das entstehende Manganhyperoxyd nicht zerstört wird. Die Untersalpetersäuredämpfe läßt man durch Manganoxydhydrat (erhalten in vorerwähnter Weise) absorbiren, calcinirt das gebildete Salz u.s.f. Auf diese Art kann der Regenerirungsproceß, selbstverständlich mit einem sehr kleinen Verluste von Untersalpetersäure, für irgend eine Zeitdauer fortgeführt werden. Beimengung von Kalk im Manganoxyd verursacht größeren Verlust von Untersalpetersäure; dies zu vermeiden, nehme man zur Oxydation des Manganchlorids eben nur die äquivalente Menge von Kalk.

Kuhlmann behauptet, daß er mittels dieses Verfahrens 88 Proc. regenerirtes Manganhyperoxyd erhalte, während Weldon's ungleich schönerer – weil einfacherer Proceß nur etwa 70 Proc. liefere.

Ein anderer Vorschlag des Patentinhabers geht dahin, das Manganoxydhydrat auf grobe Kotzen oder Matten auszubreiten, die auf lose gehäuften Schlackenstücken liegen und nach dem Abfiltriren der Flüssigkeit calcinirt werden. Das Product dient dann als Manganmaterial im Bessemerproceß. (Vergl. Jezler's Verfahren, S. 446.)

Der Berichterstatter bemerkt hierzu: Es ist wohl kaum nothwendig anzudeuten, daß der Vorschlag die Vortheilhaftigkeit des ersteren in sehr zweifelhaftem Lichte erscheinen läßt. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1875 S. 167.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: