Titel: Neuseeländisches Nutzholz.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 215 (S. 563–564)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj215/ar215mi06_04

Neuseeländisches Nutzholz.

Das Bauholz Neu-Seelands, über welches ein jüngst erschienener Bericht von T. Kirk (Nature, durch das Ausland, 1875 S. 304) sich verbreitet, ist von ausgezeichneter Dauerhaftigkeit, besonders wenn die fehlerhafte Behandlung desselben seitens der Kolonisten, welche die Bäume während ihrer Wachsthumsperiode fällen, das gefällte Holz alsbald verwenden, grünes Holz mit einem Anstriche versehen u. dgl. vermieden wird. Das von Kirk aufgestellte Verzeichniß der neuseeländischen Nutzhölzer umfaßt 38 verschiedene Arten von Bäumen, unter welchen hinsichtlich der technischen Verwendbarkeit der Kauri (Dammara australis), der Totari (Podocarpus totara, und die Rothtanne oder Rimu (Dacrydium cupressinum) den ersten Rang |564| behaupten. Der Kauri ist der schönste Baum Neu-Seelands und erreicht eine Höhe von 120 bis 160 Fuß. Auch ist sein Holz das vorzüglichste unter allen und wird mit besonderer Vorliebe zu Masten, Spieren und anderen Gegenständen des Schiffbaues verwendet. Es ist nicht selten schön gemasert und wäre zu Kunsttischlerarbeiten gut geeignet, wenn es einen regelmäßigen Exportartikel bildete. In Neu-Seeland wird das Kauriholz sehr viel zu Eisenbahnschwellen gebraucht. Als eine Probe seiner Dauerhaftigkeit führt Kirk an, daß in der Nähe von Papakura ein alter, in früherer Zeit verschütteter Kauriwald sich finde, dessen Stämme hie und da auf der Oberfläche des Bodens sich zeigen. Von dem Holze wurden große Quantitäten in völlig gesundem Zustande ausgegraben und zu Schienenschwellen auf der Eisenbahn zwischen Ausland und Waikato verwendet. Auch nach Australien, Tasmanien und Mauritius wird einiges Kauriholz ausgeführt, und zwar hat sich der Export im Verlaufe der letzten drei Jahre mehr als verdoppelt. Das Vorkommen dieses werthvollen Baumes ist räumlich ziemlich enge begrenzt und hofft man deshalb, daß geeignete Maßnahmen getroffen werden, seine Ausrottung zu verhüten.

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