Titel: Neue Nägelzieher.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 16–17)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217009

Neue Nägelzieher.

Mit Abbildungen auf Taf. I [b/3, 4].

Fig. 23 veranschaulicht eine amerikanische Zange zum Ausziehen der Nägel aus Kisten, Fußböden oder dgl. in der Art, daß der Nagel nicht verbogen wird, daher ohne weiteres wieder verwendet werden kann. Das Werkzeug besteht aus den beiden Backen a und b, von denen der letztere um den Zapfen c drehbar und mit einem derart gekrümmten Ansatz f versehen ist, daß beim Biegen des Zangenschenkels c nach der Richtung des Pfeiles das Maul ab sich einerseits schließt und andererseits der Nagel in verticaler Richtung ausgezogen wird. Da die Köpfe der Nägel meist nicht so weit vorstehen, daß sie die Zange anfassen kann, so ist über den schmiedeisernen Schenkel c eine gußeiserne Hülse d geschoben, welche durch den Handgriff e niedergestoßen werden kann, durch eine Feder aber stets wieder zurückgeschoben wird. Beim Gebrauch setzt man die Zange an den Nagelkopf, gibt einige kräftige Stöße mit der Hülse d auf den Zangenschenkel c, wodurch das Holz an der betreffenden Stelle etwas zusammengedrückt wird, und das Maul der Zange den Nagel erfaßt, und bewegt schließlich den Handgriff in der Richtung von f. Durch Versuche mit diesem Werkzeug überzeugt man sich rasch, daß selbst kräftige Nägel sehr leicht und schnell ausgezogen werden können.

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In Fig. 24 ist ein etwas verbesserter Nägelzieher dargestellt, welcher von einem Oesterreicher Gläsel erfunden und patentirt ist. Um nämlich mit demselben Werkzeug das Oeffnen und Schließen von Kisten u.a. bewerkstelligen zu können, ist statt des Griffes ein Hammer vorhanden und deshalb auch der Name „Hammerzange“ dem Werkzeug beigelegt worden. Die Verbesserungen in der Einrichtung betreffend, so hat die Zange dieselbe Gestalt wie früher, aber der Backen b ist durch einen Schlitz in dem Backen a hindurchgeschoben, wodurch eine bessere Führung erzielt und nicht so leicht ein Verbiegen des Drehzapfens c eintreten wird; ferner wird die Zange immer durch die Feder g geschlossen erhalten. Der Zangen backen a ist mit einem Rohr c verbunden, in welchem der Hammer e niedergestoßen wird, wenn der Nagelkopf schwer anzufassen ist.

Die Hammerzangen werden aber noch wenig angewendet, weil sie meist für eine so untergeordnete Arbeit, wie im Allgemeinen das Ausziehen der Nägel ist, zu theuer sind. Auch wird der eigentliche Vortheil, nämlich daß die Nägel gerade bleiben und gleich wieder verwendet werden können, nur theilweise erreicht, da viele Nägel schon beim Einschlagen mehr oder weniger verbogen werden und sich beim Ausziehen nicht gerade richten. Vortheilhaft sind solche Zangen aber immer beim Oeffnen von Kisten, besonders dann, wenn die Kiste in Folge leicht gebrechlichen Inhaltes nicht durch starke Schläge oder durch Anwendung von Brecheisen erschüttert werden darf.

Hauptfleisch.

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