Titel: Debayeux' Hoteltelegraph.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 289–291)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217082

Hoteltelegraph von Debayeux in .

Mit Abbildungen auf Taf. VI [a.b/4].

Der Hoteltelegraph von Debayeux soll die Gäste in den Stand setzen, der Dienerschaft die am häufigsten vorkommenden Befehle zu telegraphiren. Dazu wird in jedem Fremdenzimmer ein Sender, im Dienerzimmer aber für jedes Zimmer ein mit dessen Nummer bezeichneter Empfänger und eine Klingel aufgestellt, welche in der aus Fig. 28 ersichtlichen Weise unter einander und mit der Batterie durch Drähte verbunden werden.

Der in Fig. 26 und 27 in zwei zu einander senkrechten Verticalschnitten abgebildete Sender enthält (Fig. 28) in einem Fensterchen oder einer Vertiefung 15 verschiedene Befehle unter einander geschrieben, über welche mittels des aus einem Schlitze BB der rechten Seitenwand AA vorstehenden Handgriffes G der unter dem Glase liegende Zeiger H von oben nach unten bewegt werden kann und vom Gaste auf den Befehl eingestellt werden muß, welchen er der Dienerschaft ertheilen will. Beim Herabbewegen des Zeigers H gleitet eine kupferne Feder F mit ihrem umgebogenen oberen Ende (Fig. 26) über die Zähne der kupfernen, links neben dem Schlitze B liegenden Zahnstange CC und schließt und unterbricht so abwechselnd den elektrischen Strom, welcher von dem einen Pole der Batterie q in der Leitung uns zur Klemme D und der Zahnstange CC, von dem anderen Pole in der Leitung rr zur Klemme L und der Zahnstange EE geführt wird, welche parallel zu C rechts neben dem Schlitze BB liegt und in welche sich der Sperrhaken I einlegt, um eine unbeabsichtigte Rückwärtsbewegung des Handgriffes (nach oben zu) zu verhüten. Die dünne kupferne Feder J legt sich an den Schlitz BB an und hilft eine regelmäßige Bewegung der ganzen Vorrichtung erzielen; die Feder F, der Handgriff G, der Zeiger H, der Sperrhaken I und die Platte J bilden nämlich ein Ganzes, von welchem das auf einer Feder sitzende Röllchen K sich an die Wange der Zahnstange EE legt und diese in leitende Verbindung mit der Zahnstange |290| CC setzt, so oft die Feder F sich mit ihrem oberen Ende auf einen Zahn von CC auflegt. So lange letzteres der Fall ist, so lange ist der Strom der Batterie q geschlossen; so bald die Feder F den Zahn wieder verläßt, wird der Strom unterbrochen.

Will man nach dem Telegraphiren den Handgriff wieder nach oben in seine Ruhelage zurückführen, so drückt man ihn zuvor bis zum Anschlage in das Kästchen hinein, hebt dadurch den Sperrhaken I aus und entfernt die Feder F so weit von der Zahnstange CC, daß sie deren Zähne nicht mehr berührt. Sollte die Rückwärtsbewegung des Handgriffes G mit dem Zeiger H automatisch gemacht werden, so brauchte man nur einen kleinen Elektromagnet hinzuzufügen, welcher den Zeiger mit dem Sperrhaken aushebt, sobald der gerufene Diener den Zeiger des Empfängers in die Ruhelage zurückführt.

Der Empfänger enthält in einem Kästchen aa (Fig. 25), welches sich auf der für die sämmtlichen Zimmer des Hotels bestimmten Empfängertafel bb befindet, in einem Fensterchen einen dem Zeiger H des Senders entsprechenden Zeiger i, welcher in einem verticalen Führungsschlitze sich herabbewegt, um auf dem zu gebenden, in dem Fenster auf einem Täfelchen aufgeschriebenen Befehle stehen zu bleiben. Beim Niedergehen des Zeigers i muß sich die Schnur j, über ein Leitröllchen laufend, von der Rolle h abwickeln, was nur geschehen kann, wenn der Elektromagnet cc seinen um d drehbaren Anker abwechselnd anzieht und von der Spannfeder e wieder abreißen läßt, wobei die am oberen Ende des Ankerhebels dd' sitzende Gabel sich abwechselnd mit dem einen und dem anderen ihrer beiden Lappen in das Steigrad g einlegt und demselben eine schrittweise Umdrehung gestattet. Zu dieser Bewegung treibt das Steigrad g der Zeiger i, weil das Gewicht des Zeigers nur zum Theil durch die Kugel l ausgeglichen ist, welche an der über eine kleinere, mit der Rolle h und dem Steigrade g auf der nämlichen Achse sitzende Rolle gelegten Schnur k hängt. Bei dieser Anordnung muß die Kugel emporgehen, während der Zeiger i niedergeht, und umgekehrt. Das Spiel der Gabel am Ankerhebel dd' während des Telegraphirens wird durch die Stellschraube f regulirt. Ist der Zeiger i durch das Telegraphiren auf den zu gebenden Befehl herabgegangen, so zieht der Diener an dem Griff n an der Unterseite des Kästchens aa, bewegt dadurch den zwischen zwei Anschlägen beweglichen Hebel m nach unten, erfaßt endlich mittels desselben die Kugel l, deren Schnur k durch ein Loch in dem Hebel m hindurchgesteckt ist, und hebt beim Niederdrücken der Kugel l den Zeiger i in seine höchste Lage. Wenn der Zeiger i diese höchste Lage erreicht, wirkt er mittels des an ihm sitzenden, in Fig. 25 |291| punktirten Vorsprunges p auf eine Contactfeder o, hebt dieselbe von dem darunter liegenden Contacte ab und unterbricht dadurch den Stromkreis uu tt vv (Fig. 28) der Batterie q', in welchen die elektrische Klingel eingeschaltet ist. Sowie dagegen der Zeiger i niedergeht, schließt die auf ihren Contact sich wieder auflegende Contactfeder o den Stromkreis von q', und die Klingel läutet, bis der Diener den Zeiger i wieder emporbewegt. (Nach dem Bulletin d'Encouragement, Mai 1875 S. 224.)

E–e.

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