Titel: Anwendung des künstlichen Alizarins in der Türkischroth-Färberei; von Dr. P. Römer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1875, Band 217 (S. 157–158)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj217/ar217mi02_09
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Anwendung des künstlichen Alizarins in der Türkischroth-Färberei; von Dr. P. Römer.

Die Oelbeizung des Baumwollgarnes wird bei nachheriger Anwendung des künstlichen Alizarins zum Rothfärben bis jetzt durchaus in derselben Art vorgenommen wie beim Färben mit Krapp oder Garancine; vielleicht läßt sich aber ein Oelzug sparen, was in der Praxis auszuprobiren ist. Im weiteren Verlaufe des Beizens muß jetzt aber ein etwas anderer Weg eingeschlagen werden als bei der Krappfärberei; während man nämlich bei Anwendung des Krapps oder der Garancine der Oelbeize ein Gerbsäurebad folgen ließ, wird bei Alizarin das geölbeizte Garn direct mit Thonerdebeize versehen, und zwar ist es gut, eine möglichst neutrale Thonerdeverbindung anzuwenden. Eine durch den Versuch gefundene vortheilhafte Beizflüssigkeit ist nun folgende.

Auf je 50k krystallisirten Alaun nimmt man 15k krystallisirte Soda und mischt unter fleißigem Umrühren in wässeriger Lösung, worauf man die klarbleibende Flüssigkeit auf 5° B. einstellt. Mit dieser Beize wird das Garn wie gebräuchlich behandelt. Die Baumwolle bleibt einen Tag in der Flüssigkeit und wird alsdann auf das sorgfältigste gewaschen und abgerungen, wonach sie zur Farbflotte tauglich ist. Diese besteht aus Alizarin und Tannin und zwar pro 50k Garn 1/2k Tannin. Wenn das Wasser der Farbflotte nicht kalkhaltig ist, so muß man einen Kreidezusatz bis zu 100g pro 50k Garn machen. Bei der Operation des Ausfärbens ist zu beobachten, daß dies sehr langsam und stetig vor sich gehe, weil sonst die Farbe unegal wird. Man beginne mit ganz kaltem Bade, brauche zwei Stunden zum Anheizen und lasse schließlich noch eine Stunde sieden. Das ausgefärbte Garn wird, ohne vorher avivirt worden zu sein, direct rosirt mit Marseiller Seife und Orleans. Das Garn mit Zinnsalz zu behandeln, ist nur bei Rosa erforderlich. (Reimann's Färberzeitung.)

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